Übersichts-Bericht zur 2. Bundesliga Ost

4. Kampftag, 13.9.2003

Erleichterung nach Hockes Schultersieg

,,Ein bisschen Glück war auch dabei'', zwinkerte Ulrich Leithold, Vorsitzender des KSV Pausa, erleichtert über den 18,5:9,5-Erfolg des Ringer-Zweitligisten WKG Pausa/Plauen gegen Potsdam (wir berichteten) in die Runde. ,,Ja, man darf in dieser Liga wirklich keine Mannschaft unterschätzen'', pflichtete Mannschaftsleiter Reiner Klemm bei. 
Viel Lob gab es für den Gast aus Potsdam, der ordentlich mitgekämpft hat. Keine Spur von den hohen Niederlagen, die die Brandenburger in den ersten Begegnungen kassiert hatten. ,,Und wenn nicht Jörg Hocke seinen Kampf noch herumreißt...'', wagte Leithold diesen Gedankengang gar nicht zu Ende zu denken. Doch der Routinier (84 Kilo/klassisch) schulterte seinen Kontrahenten Tino Kowalla und stellte die Weichen in Richtung Sieg. Über 300 Fans sahen in Pausa einen spannenden und hochklassigen Kampf, gekrönt von einem Sieg ihrer Lieblinge, der die Vogtländer weiterhin Höhenluft an der Tabellenspitze (Platz 3) schnuppern lässt. 

Zum ersten Erzgebirgsderby kam es in Gelenau, wo Gastgeber RSK den Aufsteiger KG Auerbach/Chemnitz empfing. Schmerzlich wird in Gelenau noch Neuzugang Mario Trautmann vermisst, der nicht ersetzt werden kann. Ralf Richter (Schwergewicht) war beim 0:16 gegen den starken Tschechen Milan Crep chancenlos, nachdem Daniel Frank die Gelenauer mit einem Schultersieg schon 4:0 in Führung gebracht hatte. Das Wechselspiel der Siege ging weiter, wobei die Überlegenheitssiege von Bülent Dagdemir (96 Kilo/Freistil) und Ramazan Aydin (74/F) wohl den Ausschlag für den 18:11-Gästesieg gaben. Gelenau bleibt auf Rang sechs, während die KG Auerbach/Chemnitz weiterhin ungeschlagen ist und den Staffelfavoriten RV Thalheim jagt.

Derbytag auch in Taucha, der AC empfing den KFC Leipzig. Die Messestädter haben eine lange Verletztenliste, mussten auf Andreas Guttentag (96 Kilo) und Steffen Gottschalk (84) verzichten. Doch die erhoffte Überraschung für Taucha wurde es nicht, zu stark präsentierten sich die Messestädter an diesem Abend. 

Einen schönen Kampf lieferten sich Dirk Loewenau und Andrè Tischendorf im Limit bis 60 Kilo, der Leipziger siegte am Ende mit 10:0. Spannend ging es zwischen Publikumsliebling Tino Köllmann und Alexander Feist zu. Hoch schlugen die Wogen bei den 500 Fans nach einer umstrittenen Wertung des sonst sehr gut pfeifenden Kampfrichters Frank Lenk (Aue) zum 3:2 für den Leipziger. Tino Köllmann schaffte zwar noch den 3:3-Ausgleich, doch gleich darauf ging der Leipziger erneut in Führung, die er zum 4:3-Sieg für sein Team über die Zeit brachte. 

Der KFC Leipzig zeigte sich trotz der Ausfälle zweier Routiniers und der hohen Niederlage in Auerbach/Chemnitz aus der Vorwoche gut erholt und greift mit diesem Sieg erneut die Medaillenränge an. Taucha läuft trotz guter Kämpfe gegen Thalheim, Pausa/Plauen und den KFC Leipzig weiter dem ersten Sieg hinterher. 

Wenig Mühe hatte der RV Thalheim in Berlin, obwohl gegen den Aufsteiger gleich mehrere Stammringer fehlten. Doch Rüdiger Möhring (96 Kilo) und Holger Hähnel (84/klassisch) schlossen mit Siegen in ihren ersten Saisonkämpfen diese Lücke und dem ungefährdeten 23,5:4 für die Erzgebirger stand nichts im Wege. 

Dabei fehlte auch Thalheims Neuzugang Heiko Heinemann, der in Leipzig mit dem Fahrrad einen schweren Unfall erlitt, jedoch mit einem mächtig blauen Auge und einigen Nadelstichen davon kam. ,,In 14 Tagen in Pausa will ich schon wieder dabei sein'', so der 28-jährige Heinemann - Ringer sind halt harte Kerle.

Quelle: Jörg Richter, Sachsenringer