1. Bundesliga 2009 - Berichte von den Kämpfen des RVT I

Bericht vom 12. Kampftag am 14.11.2009: RV Thalheim - KFC Leipzig

Thalheim ringt im Derby die Leipziger um

1. Bundesliga: Sächsische Ringerfamilie trifft sich beim 25:11-Erfolg im Sportlerheim

Thalheim. Beim ersten Heimsieg des RV Thalheim in dieser Saison war ein großer Teil der sächsischen Ringerfamilie im Sportlerheim der Drei-Tannen-Stadt versammelt. Ob aus Gelenau, Auerbach, Zöblitz oder Plauen, den grandiosen 25:11-Derbyerfolg der Hausherren über den KFC Leipzig ließ sich kaum ein Ringkampfanhänger der Region entgehen.

Petr Bielesz siegt in einem spannenden Duell über den Leipziger Mannschaftskapitän Tilo Türk [KLICK zum Vergrößern!]Der Unterheinsdorfer Andreas Türk, früher Schul- und Breitensportreferent beim Ringer-Verband Sachsen, war begeistert und offenbarte nahezu prophetische Qualitäten: "Ich hatte auf ein 25:10 getippt, wobei mich natürlich besonders der Kampf meines Sohnes Tilo gegen Petr Bielesz in seinen Bann zog." Seit vielen Jahren schon duellieren sich diese beiden Sportler im klassischen Stil des Weltergewichts, fast immer konnte der Thalheimer als Sieger die Matte verlassen. So auch diesmal, wobei der KFC-Mannschaftskapitän insbesondere in der zweiten Kampfrunde gehörig Widerstand leistete und den Tschechen fast auf die Schultern zwang. Doch auch "Mister Zuverlässig" hatte seinen Kontrahenten in Runde eins in der gleichen Situation. Die sportliche Rivalität endet aber mit dem Abpfiff, beide Sportler verstehen sich außerhalb der Matte prächtig.

Zu diesem Zeitpunkt war der Kampf für die Leipziger aber bereits verloren, denn die Gastgeber hatten bis dahin bereits sechs Einzelduelle für sich entscheiden können. Im gut gefüllten Thalheimer Sportlerheim ließ die Mannschaft von Trainer Heiko Krauß von Anfang an keinen Zweifel an ihrer Bundesligatauglichkeit aufkommen. Die Zuschauer standen wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft und waren mitentscheidend für den letztlich deutlichen Heimsieg.

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Erik Weiß war seinem Leipziger Gegner technisch überlegen

Aus der Messestadt hingegen war es nur eine reichliche Hand voll Angehörige und Fans, die ihr Team im Erzgebirge im Kampf um den Klassenerhalt unterstützten. Ob das an der Sieglosigkeit der KFC-Ringer lag oder an der Tatsache, dass sich das Ringen in einer Großstadt wie Leipzig immer schwer hat mit der Popularität, ist schwer zu ergründen.

In Thalheim dagegen gehört der Ringkampf seit vielen Jahren zu den wichtigsten Sportarten. Das weiß auch Jürgen Hähnel. Der aus Gelenau stammende und bereits im Jahre 1961 nach Leipzig delegierte Klassisch-Trainer der Leipziger war sich über die Schwere des Kampfes im Klaren: "Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass wir mit einer Niederlage gerechnet haben, wenn alles normal läuft. Bei aller sportlicher Gegnerschaft komme ich aber auch immer wieder gerne hierher und werde freundlich aufgenommen. Deshalb ist stets auch mein Vater bei solchen Kämpfen dabei."

Klarer Sieger in der 84-kg-Klasse Freistil: Kamil Skaskiewicz [KLIK zum Vergößern!]Neben Jürgen Hähnel gastierte am Samstag eine weiterer "Export" aus dem Erzgebirge im Sportlerheim zu Gast. Joachim Kühn ist seines Zeichens amtierender Vize-Präsident des sächsischen Verbands und rang bis in die 70er Jahre in der Thalheimer Männermannschaft. Ihm hatten es besonders die tolle Derby-Stimmung und die Kämpfe der beiden Thalheimer Neuzugänge Krzysztof Bienkowski (60 kg) und Kamil Skaskiewicz (84 kg, Freistil) angetan. "Insgesamt standen alle Kämpfe auf hohem Niveau, aber was die jungen Polen technisch zeigten, ist schon erste Sahne", so Kühn. Beide Athleten waren ihren Gegenübern im wahrsten Sinne des Wortes "technisch überlegen", in jeweils drei Runden fertigten Sie Ihre Gegner Dustin Scherf und Jaroslav Atlas regelrecht ab und gaben dabei nicht eine einzige Wertung ab.

Bienkowski wurde diesmal in der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm (freier Stil) eingesetzt, weil Trainer Heiko Krauß auch wieder auf Olaf Brandt (66 kg, Freistil) zurückgreifen konnte. Dieser machte bereits in der ersten Runde einen Schultersieg gegen Sascha Horlbeck klar und konnte sich in die Reihe der insgesamt sieben Einzelsiege erkämpfenden Thalheimer Staffel einreihen. Die weiteren Erfolge holten die "Klassiker" David Vala (96 kg), Erik Weiß (66 kg) und Waldemar Streib.

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Dank an alle Fans!

Kurz vor einer Sensation stand Dennis Mehlhorn (74 kg, Freistil), der Jan Brömme in Runde zwei abfing und mit etwas mehr Abgeklärtheit hätte Schultersieger werden können. Eine gute Leistung bot zudem Patrick Baumann (55 kg). Gegen Kai Wedekind ließ der leichteste RVT-Athlet diesmal nur eine Punktniederlage zu.

Alles in allem also ein hochverdienter Derbysieg für die Thalheimer, die nun zuversichtlich sind, der sächsischen Ringerfamilie noch viele erstklassige Kampfabende bieten zu können.

Protokoll: pdf

weitere Bilder (Klicken zum Vergrößern):

Patricdck Bamann gegen Kai Wedekind Radek Dublinowski Krysek hat seinen Gegner im Griff
David Vala überzeugte mit gutem Kampf Olaf Brand Begeisterung bei den jüngsten RVT-Anhängern
Waldemar Streib offensiv Petr Bielesz schrammte um haaresbreite am Erfolg vorbei: Dennis Mehlhorn

Holger Hähnel und Michael Thriemer, 15.11.09. Fotos: Silke Schneider