Sieg in nie geglaubter Höhe

Bericht vom 10.11.01 
2. Bundesliga Ost: RV Thalheim - RC Germania Potsdam 19:8  

Ein wahrhaft grandioser Sieg war es, den die zehn Kämpfer des Ringervereins Thalheim am Sonnabend auf die Matte zauberten. Gegen die Mannschaft des RC Germania Potsdam waren die Erzgebirger im heimischen Sportpark mit 19:8 in sieben von zehn Einzelvergleichen überlegen. 
Dabei verliefen manche Duelle nicht so klar, wie es das überdeutliche Endergebnis ausdrückt. Bis zur letzten Sekunde fighten mussten vor allem Sascha Pickut (58 kg) und Mirko Laumann (69 kg) bis sie nach jeweils hervorragender Leistung einen Sieg eingefahren hatten. 
"Unser Tino Korb hat den Grundstein für den Erfolg gelegt", lobte RVT-Trainer Jochen Schwarzer seinen Fliegengewichtler. "Vor dieser fantastischen Kulisse ist es für unsere Jungs immer ganz schwer", nannte Rainer Leffler, Coach der Germanen, einen Grund für das Scheitern seines Teams am RVT.
 

Die Kampffolge, 1. Halbzeit: (Zum Vergrößern auf die kleinen Bilder klicken)  

54 kg/Klassisch: "Fliege" Tino Korb ließ sich gegen Stefan Barde zu keiner Sekunde die Butter vom Brot nehmen. Wie der erfahrene Thalheimer den jungen Brandenburger im Stand mit seiner Fassart beherrschte, das war schon eine Augenweide. Dann im Boden - Tinos Spezialität: er fasst einen Arm seines Kontrahenten, zieht einen Seitenaufreißer und sofort danach eine Hebeltechnik. Mit dieser hatte er Barde fast auf Schultern - es fehlten nur wenige Zentimeter. Zum Schluss wurde der Thalheimer 9:1-Punktsieger, die ersten zweieinhalb Zähler kamen somit auf die Seite des RVT. - Teamstand: 2,5:0 für den RV Thalheim
Der Thalheimer zog einen Seitenaufreißer
Kurz darauf hatte er den Potsdamer fast auf Schultern

130 kg/Freistil: Wieder dabei in Thalheims erster Mannschaft: Sebastian Ecklebe. Gegen den fast 25 Kilo schwereren Potsdamer Sebastian Torney war es nur eine Technik, mit der der Mann im blauen Trikot den Thalheimer besiegte. Durchdreher am Boden brachte Torney durch und gewann knapp nach Punkten, obwohl Ecklebe zum Schluss nahe dem Ausgleich war. - Teamstand: 2,5:2

Sebastian Ecklebe hatte es wahrlich "schwer"
Im Boden war Torney sehr stabil

58 kg/Freistil: Hochkonzentriert stand Sascha Pickut zum zweiten Mal für Thalheims Bundesligateam auf der Matte. Kopf an Kopf lagen er und Timon Brose lange Minuten zu Beginn, ehe der 23-jähriger Thalheimer in die Offensive ging. Ein Angriff eröffnete eine Serie von schönen Spindeltechniken am Boden für Pickut. Am Ende ein klarer Punkterfolg des RVT-Athleten. - Teamstand: 4,5:2

Heiß her ging es im Bodenkampf
Mit dieser schönen Spindel behielt Pickut die Oberhand

97 kg Klassisch: Einfach nicht wahrhaben wollte es der Junioren-WM-Teilnehmer Andreas Aurich aus Potsdam, dass er gegen Heiko Krauß weder im Stand-, noch im Bodenkampf keine ernsthafte Punktchance besaß. Der Thalheimer Schwergewichtler rollte Aurich zur 1:0-Führung. Anschließend war der Brandenburger ganz offensichtlich nicht mit einer Entscheidung des Unparteiischen Kohlhaus einverstanden. Da er diese Unzufriedenheit auch noch laut auf der Matte äußerte, gab es durch Kohlhaus nur eine Antwort - Disqualifikation wegen Missachtung des Mattenleiters. Diese Entscheidung erschien zwar hart, doch der Kampfrichter aus Suhl hatte lediglich die Regeln konsequent ausgelegt. Die vier Zähler, die damit aufs Thalheimer Konto gingen, trafen die Gäste besonders hart, denn in diesem Vergleich hatten sie insgeheim mit einem Erfolg gerechnet. - Teamstand: 8,5:2

Heiko Krauß war der Aktivere
Hier schafft er eine Rolle gegen Aurich

63 kg/Klassisch: Noch weiter in Front hätte Thalheim nach dem Federgewichtsvergleich beinahe gelegen, denn bis wenige Sekunden vor Schluss lag Thomas Berger gegen den Favoriten Dirk Methfessel mit 1:0 vorn. Eine kleine Unaufmerksamkeit nutzte der Potsdamer dann eiskalt und holte mit einer Aktion drei Punkte. Da Methfessel bei der letzten Rolle Bergers die Arme aufgestellt hatte, gab es nur einen Punkt für den Thalheimer zum 3:2-Endstand. Der RC Germania kam mit diesem Sieg wieder etwas näher an den RVT heran. - Teamstand zur Pause: 8,5:4

Thomas Berger versuchte am Boden alles

2. Halbzeit:  

85 kg/Freistil: Eine ungeheure Ruhe strahlte Silvio Krauß im Mittelgewicht aus. Punkt um Punkt erarbeitete er sich gegen den sichtlich demoralisierten Tim Kowalla mit blitzartigen Beinangriffen. 5:0 führte der Thalheimer am Ende des sechs Minuten Kampfzeit. - Teamstand: 11:4

Silvio Krauß beherrschte seinen Kontrahenten

69 kg/Freistil: Einen lauten Jubelschrei und die geballte Faust sah man von Mirko Laumann, nachdem er sich gegen Stefan Schieche eindrucksvoll für die Hinrundenniederlage revanchiert hatte. Doch zunächst lag der Thalheimer Leichtgewichtler 0:1 zurück. Als die Kondition des Potsdamers schwand, griff Laumann an. Ein Punkt sollte ihm bis zum Ende der sechsten Minute gelingen. Nun ging es in die Verlängerung. 450 Thalheimer Kehlen feuerten ihren Athleten an. Schließlich gelang ein Beinangriff und der Sieg war in der Tasche. - Teamstand 13:4

Seine einzige Wertung erkämpfte sich Stefan Schieche zu Beginn

76 kg, Klassisch: Nach dem Ausflug in die 69-kg-Klasse trat Petr Bielesz wieder im Weltergewicht auf das Mattenrund. Der um einiges leichtere Marco Kleest besaß nicht die Spur einer Chance gegen die Rollen und Ausheber des Thalheimers. Schnell hatte Bielesz 15 Punkte geholt und wurde frenetisch für diese vier Mannschaftspunkte gefeiert. - Teamstand: 17:4

Petr Bielesz rollt Marco Kleest
Der Thalheimer hebt Kleest aus

69 kg, Klassisch: Als Vorletzter war Dominic Förster an der Reihe. 4:0 hieß es für "Nici" nach einem herrlichen Wurf gegen Martin Franke von den Gästen. Den Punktvorsprung hielt der Thalheimer bis zur letzten Sekunde, in der der Brandenburger noch einen Ausheber zog, dessen Wertung allerdings nicht in die reguläre Kampfzeit fiel. - Teamstand vor dem letzten Kampf: 19:4

Förster setzt zum Wurf an

76 kg, Freistil: Wegen einer noch nicht vollends ausgeheilten Verletzung gab Sven Zimmermann im letzten Duell vorzeitig gegen Ralph Pieterek auf. Der Sieg für den RVT stand zu diesem Zeitpunkt schon fest. Deshalb konnte man sich diese Aufgabe auch leisten und den Freistiler für seinen Einsatz nächste Woche in Rostock schonen. - Endstand: 19:8  

Wie bei allen siegreichen Heimkämpfen gab es zum Schluss die obligatorische La-Ola-Welle:

Die Welle

HH