Im vergangenen Jahr feierte der 29-Jährige seinen bislang größten
sportlichen Erfolg, als er den zweiten Platz bei den Europameisterschaften
in Sofia gewann. Wiederholen konnte Vala das am vergangenen Wochenende
nicht ganz. Im finnischen Tampere erkämpfte er sich diesmal den fünften
Platz bei der EM und verpasste dabei nur knapp das vorzeitige Ticket für
die Olympischen Spiele in Peking. Auf seinem Weg zu Rang fünf sorgte
David Vala, der in der vergangenen Saison für den SV Weingarten in der 1.
Bundesliga Süd auf die Matte ging, mit großen Kämpfen für Aufsehen.
Auch bei den sächsischen Ringkampffreunden ist der Prager kein
Unbekannter. Er startete bereits für den KSV Pausa und den AC Auerbach in
der 2. und 1. Bundesliga. "Es ist das erste Mal, dass wir einen
Schwergewichtler solchen Kalibers im Kader haben", so der Vorsitzende
des RV Thalheim, André Schmidt. In den vergangenen Jahren mussten bei den
Drei-Tannen-Städtern oft die leichteren Kämpfer in das 120-kg-Limit
aufrücken, für die es naturgemäß gegen gewichtigere Kontrahenten nur
selten etwas zu holen gab.
David Vala hatte in Tampere eines der schwereren Lose. Dennoch rang
sich der Polizist bis ins Viertelfinale. Zunächst bezwang er den Ungarn
Mihaly Deak-Bardos in 2:1 Runden (1:1/3:0/3:0). Auch Ivan Ivanov
(Bulgarien) musste sich nach 1:2-Runden (1:3/1:1/0:3) geschlagen geben. Im
Viertelfinale wartete mit Aleksander Chernetski (Ukraine) ein weiteres
"Schwergewicht" in diesem Limit auf David Vala. Doch den Dritten
der EM 2006 von Moskau warf der 1,90 Meter große Modellathlet, der am 17.
April seinen 30. Geburtstag feiert, nach zwei engen Runden (1:1/1:1) aus
dem EM-Geschehen. Erst gegen den späteren Silbermedaillengewinner Khasan
Baroev (Russland) musste Vala nach zwei
umkämpften
Durchgängen (2:3/2:5) im Halbfinale die erste Niederlage einstecken. Da
jedoch die beiden Finalisten Baroev und Patrikeev (Armenien) bereits einen
Startplatz für Peking in der Tasche haben, wäre David Vala mit dem
dritten Rang ebenso für das olympische Turnier qualifiziert gewesen. Doch
das verhinderte der bärenstarke Türke Atilla Güzel, der David Vala in
der Hoffnungsrunde mit 3:0 und 1:1 in zwei Runden bezwang.
"Nach den schweren Kämpfen gegen Deak-Bardos, Chernetski, Ivanov
und Baroev war ich mit meinen Kräften am Ende", gestand der
Neuzugang des RV Thalheim. Damit muss David Vala, genauso wie der
DRB-Auswahlringer Nico Schmidt (FC Erzgebirge Aue) bei den
Qualifikationsturnieren in Rom (Italien) und Novi Sad (Serbien) antreten,
wo insgesamt sieben weitere Startplätze für die Olympischen Spiele in
Peking (China) vergeben werden. Die Thalheimer können sich auf den
sympathischen Tschechen schon jetzt freuen, der in beiden Stilarten zu
Hause ist und damit für die Erzgebirger zu einem wichtigen Punktegaranten
werden kann.