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Ringer investieren in die Zukunft
RVT baut erstes Obergeschoss des Vereinshauses an der
Stadtbadstraße um - Trainingsbedingungen verbessern sich vor allem für Nachwuchs
Seit Jahren zählt der Ringerverein Thalheim zu den besten Adressen in Sachsen - sowohl im Erwachsenen- als auch Nachwuchsbereich. In ununterbrochener Reihenfolge stehen die Erzgebirger in der Erfolgs-Rangliste des Freistaates bei den Kindern und Jugendlichen mit ganz vorn. Jetzt werden die Bedingungen für den Nachwuchs weiter verbessert. Auf mehr als 300 Quadratmetern bauen die Zweikämpfer im Vereinshaus in der
Stadtbadstraße eine neue Trainingsstätte aus. Mit dem Vereinsvorsitzenden Holger Hähnel sprach Matthias Heinke.
Freie Presse: Wie sieht die Bilanz der vergangenen Saison für den RV Thalheim aus?
Holger Hähnel: Nachdem wir bereits bei den Sachsenmeisterschaften mit 17 Titeln in diesem Jahr einen neuen Vereinsrekord erzielt haben, übertrafen die Deutschen Meisterschaften ab Ende Februar noch einmal alle Erwartungen. Dort regnete es gleich fünfmal Edelmetall, so oft wie noch nie zuvor. Den Auftakt vollzog Kevin Mehlhorn mit Bronze bei den Junioren, ehe die Mädels mit Jessica Schäfer auf Rang 5 und Nicole Peil auf Platz 8 sehr gut abschnitten. Unser Bundesligaringer Radek Dublinowski holte sich Mitte März bei den Männern Silber. Peter Haase schaffte es bei den Kadetten (Jugend A) aufs Bronzetreppchen. Schließlich hatten wir vor anderthalb Wochen erneut ein grandioses Wochenende, als Benny Opitz Deutscher Meister der B-Jugend wurde und Chris Schneider Bronze gewann. Das Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturnier am vergangenen Wochenende wurde ebenfalls eine super Sache, sodass die Motivation für solch ein großes Projekt wie den Bau einer eigenen Trainingsstätte nicht besser sein könnte.
Freie Presse: Die Arbeiten sind in vollem Gange. Was wird genau gemacht?
Hähnel: Wir bauen das erste Obergeschoss des Vereinshauses an der Stadtbadstraße in Thalheim zu einer Trainingsstätte für unseren Verein um. Hier entsteht eine Halle von etwa 250 Quadratmetern, dazu ein Vereins- und Kraftraum, Umkleidekabinen und sanitäre Anlagen. Seit Anfang April wurden beispielsweise bereits Wände und Schornsteine zurückgebaut, eine Deckendämmung verlegt, mit der Heizungsinstallation begonnen und eine neue Hallentrennwand eingezogen. Wir haben mit der Stadt Thalheim, dem Eigentümer des Gebäudes, einen Mietvertrag auf zwölf Jahre abgeschlossen,
so dass sich für den Verein eine sehr gute Planungssicherheit ergibt.
Freie Presse: Welche Kosten kommen auf den RV Thalheim in Zeiten überall knapper Kassen zu?
Hähnel: Die Gesamtkosten sind mit etwa 50.000 Euro angesetzt, wobei wir von der Sächsischen Aufbaubank eine etwa 50-prozentige Förderung erhalten. Den Rest müssen wir vor allem durch Eigenleistungen und zusätzliches Engagement unserer Sponsoren aufbringen. Was unsere Vereinsmitglieder hier an Arbeit leisten, ist enorm. In den ersten drei Wochen waren das bereits über 600 Arbeitsstunden. Natürlich kann jeder, der uns bei diesem zukunftsweisenden Vorhaben unterstützen will, kleine oder größere Beträge spenden. Auch darauf sind wir angewiesen und haben bereits
entsprechende Aufrufe gestartet.
Freie Presse: Wie lange dauert die Baumaßnahme?
Hähnel: Unser Förderzeitraum endet am 31. August. Wir haben uns jedoch ehrgeizige Ziele gesetzt, um vor Beginn der Bundesligasaison fertig zu sein. Daher soll die Trainingsstätte bereits Anfang August nutzbar sein.
Freie Presse: Welche Vorteile bringt diese neue Trainingsstätte?
Hähnel: Die Vorteile in unserer Trainingsarbeit sind vor allem für den Nachwuchs enorm. Bisher mussten wir beim Training in der Turnhalle der Mittelschule zu jeder Übungsstunde die Matten auf- und abbauen. Das ist gerade bei den ganz Kleinen sehr zeitaufwändig und führt außerdem auf die Dauer zu enormem Materialverschleiß. Die neue Halle wird komplett mit permanenten Matten ausgelegt. Ein eigener Kraftraum sowie für Ringer wichtige Geräte wie Kletterseile sind in unserer bisherigen Übungsstätte ebenfalls nicht vorhanden. Zudem haben wir nun die Möglichkeit, unsere Trainingsgruppen und die Zeiten besser aufeinander abzustimmen. Wir können die zum Glück immer größer werdenden Gruppen trennen und nun auch für Kinder im Vorschul- und sogar im Krabbelalter Aktivitäten anbieten. Die Nachwuchsarbeit soll damit also einen enormen Schub erfahren.
Freie Presse: Wie profitiert der Leistungssport von diesem Projekt?
Hähnel: Im Bereich des Leistungssportes ergeben sich mit diesem Bau ebenfalls große Möglichkeiten, denn jetzt kann täglich trainiert werden. Wir möchten auch öfter vereinsübergreifendes Training beziehungsweise eine Art Stützpunkttraining in Thalheim anbieten - am besten in Kooperation mit den Landestrainern.
Freie Presse: Wie sehen die Perspektiven des RV Thalheim aus?
Hähnel: Unser Verein ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Momentan haben wir 180 Mitglieder, davon sind 55 Kinder und Jugendliche. Mit unserer Bundesligamannschaft, dem Ober- und Jugendligateam und natürlich den Top-Resultaten bei den Deutschen Meisterschaften konnten wir uns weiter in der Spitze der sächsischen Ringervereine etablieren. Diesen Trend wollen wir natürlich fortsetzen. Die Planungen für die neue Bundesliga-Saison, die für uns schon am 14.August mit einem Auswärtskampf bei Aufsteiger Nürnberg beginnt, sind in vollem Gange. Unseren Kader für das Bundesliga-Team werden wir voraussichtlich Mitte Mai bekannt geben.
Die Abbrucharbeiten begannen Anfang
April.
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aus: Freie Presse Stollberg,
28.04.2010. Bilder: Silke Schneider
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