Vorschau auf 3. Kampftag am 08.09.2012: RV Thalheim - RV Lübtheen

Erster Heimvergleich wird zum Spitzenkampf

Am kommenden Samstag empfangen die Thalheimer Ringer den Spitzenreiter der Regionalliga aus Lübtheen - erstes Duell gegen diesen Gegner der Vereinsgeschichte birgt jede Menge Spannung

Am Samstag macht die Sportstadt Thalheim ihrem Namen wieder alle Ehre. Nach dem nachmittäglichen Fußball-Pokal-Highlight empfangen die Ringer des RVT am Abend um 19:30 Uhr im Gefecht zweier bislang ungeschlagener Mannschaften den mecklenburgischen Vertreter aus Lübtheen erstmals zu einem Mannschafts-Vergleich im Sportlerheim an der Stollberger Straße.

Ein wenig unerwartet stehen sich der Tabellenerste (Lübtheen) und -zweite (Thalheim) gegenüber, wobei das für den Gastgeber noch eher zutreffen mag. Konnte man die Gäste, mit Aufstiegsambitionen gestartet, durchaus in diesen Regionen einschätzen, mussten sich die Thalheimer erst finden und haben dies nach Ansicht ihres Trainer Heiko Krauß gut gemacht. "Ich bin mit dem Start zufrieden. Am Samstag liegt die Favoritenrolle bei den Norddeutschen, die sich ordentlich verstärkt haben. Wir wollen gute Kämpfe anbieten und uns weiter verbessern", blickt der Brünloser voraus.

Ohne Zweifel wird es für seine Staffel ein anstrengender Abend, denn die aus dem mecklenburgischen Elbtal, reichlich 50 Kilometer südlich von der Landeshauptstadt Schwerin anreisenden Gäste haben unter anderem Neuzugänge aus Rostock und dem ungarischen Ausland verpflichtet. So findet man in dem mehrfachen Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften, Dennis Langner, einen alten Bekannten, in den Reihen der Lübtheener. Auch Schwergewichtler Andreas Aurich, mit Bundesliga-Erfahrung ausgestatteter Lokführer bei der Eisenbahn, wird sicher ein Begriff sein. Noch eindeutiger als der RVT gewann man seine ersten beiden Saisonkämpfe, darunter klar und deutlich mit 25:11 in Gelenau und ist damit Anwärter Nummer eins auf den Staffelsieg.

Dem wollen sich die Thalheimer mit Kampfkraft und Unterstützung des heimischen Publikums entgegen stellen. Man weiß, welche Aufgabe auf einen zukommt. Etwas erschwert werden die Personalplanungen durch das ein oder andere Wehwehchen und dem Einstieg der zweiten Mannschaft in die Oberliga Sachsen. Der RVT II beginnt um 17:30 Uhr beim AC Werdau II seine Saison.

Turnier der Mädchen in Bad Frankenhausen

Ebenfalls am Samstag steigen die RVT-Mädchen um Frank Graube ins neue Ringkampf-Jahr ein. Beim 11. Werner-John-Gedenkturnier des RSV 09 Heldrungen in Bad Frankhausen/Kyffhäuser sind Sophie Krauß und Laura Schulz (weibliche Schüler) sowie Emilie Haase und Madeleine Martin in der weiblichen Jugend auf den Matten vertreten.

"Wir nutzen das Turnier als Vorbereitung auf den Hessenpokal in Aschaffenburg übernächste Woche, dann wird auch Jessica Schäfer als weibliche Aktive noch mit dabei", blickt Frank Graube noch ein Stück weiter voraus.

Michael Thriemer, 05.09.2012.


2. Kampftag am 01.09.2012: SV Luftfahrt Berlin II - RV Thalheim

RVT bleibt in Erfolgsspur

Regionalliga: RV Thalheim bezwingt SV Luftfahrt Berlin II mit 26:13

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Thalheim/Berlin - Auch der zweite Kampf in der Regionalliga Mitteldeutschland ging für die neu formierte Männermannschaft des Ringervereins Thalheim siegreich aus. Bei der Bundesliga-Reserve des SV Luftfahrt Berlin gewann der RVT am letzten Samstag deutlich mit 26:13.

"Die Höhe des Sieges kommt schon etwas überraschend. Die geschlossene Mannschaftsleistung hat einen großen Anteil an diesem klaren Erfolg", meinte Mannschaftsbetreuer Sven Stürmer nach dem Vergleich.

Einen Start wie aus dem Bilderbuch legten die Schützlinge von Trainer Heiko Krauß in der Hauptstadt hin. Patrick Baumann (55 kg) agierte genauso konzentriert wie in der Vorwoche und holte sich die technische Überlegenheit gegen den jungen Deward Stier. Auch Christian Engels (120 kg) unterstrich seine Qualitäten, als er den polnischen Klassisch-Spezialisten Pawel Szwenk in den drei Runden nie zum Zuge kommen ließ. Als noch Thomas Berger (60 kg) technisch überlegen gewann, hatten sich die Gäste im Sportzentrum Adlershof bereits einen 11:0-Vorsprung herausgearbeitet.

Den spannendsten Kampf erlebten die 130 Zuschauer im fünften Duell zwischen Daniel Sartakov und Thalheims EM-Teilnehmer Benjamin Opitz. Die Aktionen gingen hin und her. Erst geriet der Thalheimer nach unglücklich abgegebenen Runden 0:2 in Rückstand, dann schaffte er mit einer Energieleistung den 2:2-Ausgleich. Der entscheidende fünfte Durchgang brachte eine denkbar knappe Entscheidung zugunsten des Berliners, wobei Opitz durch eine Knie-Verletzung zusätzlich gehandicapt war.

So kamen die Gastgeber nach der Hälfte der Duelle bis auf 7:13 heran. Doch die Drei-Tannen-Städter legten vor den Augen einiger mitgereister Fans umgehend nach. Mittelgewichtler Petr Novák ackerte Punkt um Punkt gegen Florian Görsch, bis die Überlegenheit feststand. Den sprichwörtliche Sack zu band Alois Stürmer (66 kg, Klassisch). Er nahm dem favorisierten Lucas Bast per abgefangener Rolle eine Runde ab, so dass der Sieg den Erzgebirgern beim 10:22 zwei Duelle vor Schluss nicht mehr zu nehmen war. Einen schönen Abschluss setzte Kevin Mehlhorn (74 kg, Klassisch) mit lehrbuchreifen Durchdrehern und Aushebern gegen den Luftfahrer Simon Papsdorf.

Einzelergebnisse

55 kg/f: Stier - Baumann 0:4 (TÜ)
60 kg/k: Schmieder - Berger 0:4 (TÜ)
66 kg/f: Sartakov - Opitz 3:2 (PS)
66 kg/k: Bast - Stürmer 3:1 (PS)
74 kg/f: Brennert - Hähnel 3:0 (PS)
74 kg/k: Papsdorf - K. Mehlhorn 0:4 (TÜ)
84 kg/f: unbesetzt - D. Mehlhorn 0:4 (KL)
84 kg/k: Görsch - Novák 0:4 (TÜ)
96 kg/f: Dublinowski - Mothes 4:0 (SS)
120 kg/k: Swenk - Engels 0:3 (PS)

Holger Hähnel, 02.09.2012.


Vorschau auf 2. Kampftag am 01.09.2012: SV Luftfahrt Ringen Berlin II - RV Thalheim

Mit Selbstvertrauen zum Spitzenreiter

Zweiter Saison-Kampf in Regionalliga: Farbe bekennen beim ungeschlagenen SV Luftfahrt Berlin II

Ein schwerer Gang steht am Samstag vor den Zweikämpfern aus dem Zwönitztal. Trotz des klaren Erfolgs der Vorwoche in Potsdam liegt die Favoritenrolle beim gastgebenden Tabellenführer, dem SV Luftfahrt Berlin II. Dieser konnte beide bislang ausgetragenen Duelle klar für sich entscheiden, darunter in der Vorwoche einen unter freiem Himmel ausgetragenen Kampf bei Germania Artern - dieser fand vor 750 Zuschauern statt und bescherte den Hauptstädtern einen klaren 27:9-Triumph.

Bei den Thalheimern ist man sich noch nicht sicher, wie Berlin aufstellen wird, denn zugleich beginnt die Saison in der ersten Bundesliga. Im Sportzentrum Adlershof auf der Merlitzstraße 16-18 (Ecke Groß-Berliner-Damm, hinterm Kaufland) in 12489 Berlin-Adlershof (Abfahrt A 13, Schönefeld Flughafen) ist man daher auch schon ab 17:30 Uhr im Vorkampf zur ersten Liga angesetzt. Im Anschluss empfangen die Berliner den Deutschen Vize-Meister KSV Köllerbach.

"Es wird natürlich die spannende Frage bleiben, wie Berlin stehen wird. Zuletzt waren Athleten dabei, die eigentlich ins Erstliga-Team gehören. Wir treten ohne Druck und mit einer guten Truppe an, mal sehen was am Ende herauskommt", erwartet Vereinschef Holger Hähnel ein interessantes Duell.

Sollte sich die Aufstellung aus der Vorwoche nicht wesentlich verändern, könnte dem top motivierten Patrick Baumann im leichtesten Limit bis 55 Kilogramm eine wichtige Rolle als Auftakt zukommen. Gefragt sind Kämpferqualitäten - über diese verfügt die Mannschaft um Trainer Heiko Krauß auf alle Fälle. Gerne würde man im Ringerlager auch wieder den ein oder anderen mitreisenden Fan begrüßen, der den doch etwas tristen ehemaligen Flugzeug-Hangar zum Beben bringt.

Michael Thriemer, 29.08.2012.


1. Kampftag am 25.08.2012: RC Germania Potsdam - RV Thalheim

Ungefährdeter Erfolg zum Auftakt

Glänzender Start in Regionalliga - Sieg beim Auswärtskampf in Potsdam mit 23:14

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Thalheim/Potsdam - Die Ringer des RV Thalheim haben ihren ersten Kampf überhaupt in der Regionalliga Mitteldeutschland erfolgreich gestalten können. Vor den Augen einiger mitgereister Fans siegten die Drei-Tannen-Städter am Samstag in Potsdam unerwartet deutlich 23:14.

Denn auf dem Papier boten die Gastgeber eine starke Aufstellung. Ein mehrfacher iranischer Meister, ein siebenfacher ungarischer Champion und ein amtierender Achtplatzierter der Kadetten-WM nützten dem RC Germania am Ende aber nichts. Die Thalheimer glänzten vor allem mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Trainer Rüdiger Möhring, der Heiko Krauß vertreten hat, gab sich entsprechend zufrieden: "Alle haben ihr Leistungsvermögen abgerufen und deshalb ihren Anteil am Erfolg."

Etwas kurios der Auftakt in der Schulturnhalle Potsdam: Schon fünf Minuten vor dem offiziellen Kampfbeginn war der vorgezogene Vergleich von Mittelgewichts-Klassiker Petr Novák (RVT) in vollem Gange. Der einzige aus der ehemaligen Bundesliga-Mannschaft verbliebene und jederzeit sympathische ausländische Athlet ließ seinem Gegenüber Karsten Siegert beim Triumph nach technischer Überlegenheit keine Chance. Hervorhebenswert ein mit höchster Wertung bewerteter Wurf in Runde zwei.

In der Folge gelang Patrick Baumann (55 kg, Freistil) ein glänzendes Comeback im RVT-Dress. Gegen Henning Wahl, der im Vergeich zur Vorwoche ein Limit tiefer eingesetzt wurde, war Baumann technisch überlegen. Dies war selbst im Bundesliga-Duell vor Jahren gegen den Ex-Luftfahrter aus Berlin so nicht gelungen und bescherte dem aus Gelenau heimgekehrten Sportler verdienten Applaus.

Auch Neuzugang Christian Engels (120 kg, klassisch) machte im dritten Duell des Abends seine Sache ausgezeichnet und fuhr gegen sein 15 Kilogramm schwereres Pendant auf Potsdamer Seite, Sebastian Göldner, einen umjubelten 3:1-Sieg ein.

Weil auch Thomas Berger (60 kg, klassisch) nur 53 Sekunden für seinen anschließenden Schultersieg benötigte, stand es nach vier Vergleichen bereits 15:1 für die Erzgebirger, was Vereinschef Holger Hähnel vorsichtig optimistisch werden ließ. "Wir müssen trotz der klaren Führung vorsichtig sein, denn die besten Sportler der Gastgeber kommen noch", so der mitgereiste 32-Jährige.

Tatsächlich hatte man noch reichlich Top-Athleten in petto, beispielsweise den frischgebackenen Achten der Kadetten-Weltmeisterschaft in Baku, Aslan Mahmudov. Dieser dominierte Maik Hoeisel (96 kg, Freistil) nach Belieben. Auch der Iraner Siarash Hezareh, mehrfacher Landesmeister aus Persien, gewann gegen Thalheims Benjamin Opitz (66 kg, Freistil). Der Kadetten-EM-Teilnehmer aus dem Zwönitztal verhinderte jedoch mit einer Energieleistung und zwei selbst erzielten Wertungen eine technisch unterlegene Niederlage.

Den entscheidenden "Big Point" in der zweiten Kampfhälfte lieferte jedoch Alois Stürmer (66 kg, klassisch), der den Frankfurter Sportschüler Tom Liebing zunächst klar im Griff hatte und im letzten Durchgang gar auf beide Schultern drücken konnte. Wieder einmal bewies Stürmer seine ausgezeichneten Teamqualitäten.

Auch Rückkehrer Dennis Mehlhorn (84 kg, Freistil) zeigte sich erfreut über seinen Sieg gegen den erfahrenen Sandro Mehler. Dem 24-Jährigen haben die zwei Jahre in Gelenau sehr viele sportliche Erfahrungen eingebracht - ohne Zweifel ist er eine absolute Verstärkung.

Somit stand der Thalheimer Auswärtssieg schon vor den beiden abschließenden Weltergewichts-Duellen fest. Hier hatten sowohl der 39-jährige Oldie Sven Zimmermann (Freistil) als auch Kevin Mehlhorn (klassisch) das Nachsehen. Mehlhorn bekam mit dem 7-fachen ungarischen Meister Daniel Hlavati ein unüberwindbares Hindernis vorgesetzt. Zimmermann kämpfte gegen Norman Mahmudov verbissen um einen Rundenerfolg, konnte dieses Ziel aber nicht erreichen, obwohl er Runde drei nur umstritten und sehr knapp mit 0:1 Punkten abgeben musste.

Alles in allem ein erfreulicher Einstand für Thalheim, der mit einer sehr guten Mischung aus jungen und erfahrenen Ringern erreicht wurde. Die Fans feierten ihr Team und freuen sich auf eine interessante Saison. An der Trommel zeigte sich auch Darryl Schröber aus Genshagen bei Berlin hocherfreut: "Durch familiäre Bindungen drücke ich den Erzgebirgern immer die Daumen. Das war hier ein feiner Auftritt, man kann stolz sein." So mag es auch die Mannschaft selbst gesehen haben. Man ist angekommen in der dritten Liga.

Michael Thriemer, 26.08.2012.