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12. Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturnier (11.04.15)

Großer Pott bleibt in Thalheim

Ein überaus positives Fazit zog der Ringerverein Thalheim am Ende seines 12. Wolfgang-Bohne-Gedächtnisturniers am vergangenen Sameistag. Als Sahnehäubchen stand für die Gastgeber der insgesamt dritte Erfolg in der Mannschaftswertung im Protokoll. Die Deutsche Meisterschaft der weiblichen Jugend 2016 kann kommen.


SiegerlistenVereinswertung gesamtVereinswertung nach Altersklassen (pdf)


von Michael Thriemer
 
tl_files/rvt/images/Jugend/Bohne_Turnier/150411Bohne/IMG_4637.jpgTHALHEIM – Mit insgesamt 282 Teilnehmern aus 33 Vereinen und vier Nationen wurde zwar die Starterzahl aus dem Vorjahr nicht ganz erreicht. Doch war dies offenbar ein gutes Maß, denn nach sechs Stunden Ringkampf und anschließender einstündiger Siegerehrung zeigten sich alle Gäste, Helfer und Zweikämpfer zufrieden. „Ich denke, eine Zahl von etwa 300 Akteuren ist absolut okay, so ist der Wettkampf flüssig gelaufen und wir hatten keinerlei Probleme“, meinte Jörg Krauß, der im Büro für die Wettkampforganisation das Zepter schwang.

Sowohl bei der Eröffnung als auch am Ende der Wettbewerbe stand dem RVT Joachim Kühn, Präsident des Ringer-Verbandes Sachsen (RVS) mit einfühlsamen Worten und hilfreich zur Seite. Auch der Landrat des Erzgebirgskreises und Präsident des Kreissportbundes Erzgebirge (KSB), Frank Vogel, ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltung zu besuchen. Nachdem zum Auftakt der Bürgermeister der Stadt Thalheim, Nico Dittmann, und Vereins-Chef Holger Hähnel die ungeteilte Aufmerksamkeit der Sportlerinnen und Sportler erhielten, ging es auf den fünf Matten wie immer wie in einem Bienenstock zu.

Dabei stellte sich heraus, dass die mit 34 Athletinnen und Athleten angetretenen Gastgeber ihrer Favoritenrolle in weiten Teilen gerecht werden sollten – am Ende war der Vorsprung in der Teamwertung mit über 20 Zählern auf den starken TJ Sokol Kladno aus der Tschechischen Republik deutlich. Dritte wurden die starken Gelenauer, deren Trainer Daniel Franke jedoch nicht ganz zufrieden war. „Ich würde sagen, 50:50. Bei einigen war noch etwas mehr drin“, so der 35-Jährige. Stark präsent waren auch die Eichenkränze aus Lugau, die mit 13 Teilnehmern 32 Zähler erreichten und auf Rang acht einkamen, der SV Auerbach kam dank einem fünften Platz durch Maxi Haubold (weibliche Jugend, 46 kg) zwar lediglich auf den vorletzten Platz, wurde aber ebenso herzlich willkommen geheißen.

Ein besonders spannendes Duell entspann sich in der Jugend E, Gewichtsklasse bis 23 Kilogramm, zwischen Thalheims Nick Schneider und Leon Blachut aus Lugau. Der Eichenkranz-Athlet hatte den Zwönitztaler wiederholt in der gefährlichen Lage, aus der dieser sich jedoch befreien konnte und seinerseits am Ende mit 16:15 Punkten die Nase vorn hatte und Gold gewann. Blachut holte Bronze, und wie in dieser Sportart üblich gab man sich nach dem Kampf freundschaftlich die Hand.

Nicks Bruder Luca Schneider siegte ebenso in der Jugend C, Gewichtsklasse bis 50 kg. Ganz stark präsentierte sich beispielsweise auch die amtierende Deutsche Vizemeisterin der Juniorinnen und Vierte der weiblichen Jugend, Annika Seidel vom KSV Pausa, die im Limit bis 46 kg der weiblichen Jugend wenig anbrennen ließ.

Verlassen konnte man sich auf die Helfer der Thalheimer Ringer, die bereits mit einer hervorragenden Herrichtung der Wettkampfstätte überzeugten. Bereits am frühen Abend begann der Abbau, schon nach drei Stunden war ein Großteil der Arbeiten getan. Viele Vereinsvertreter sprachen ihr Lob für den Ablauf aus. Selbst die mit einem Mittelfußbruch verhinderte Sophie Krauß vom RVT half an der Matte als Zeitnehmerin aus.

Bunt gemischt waren auch die Preisträger für die besten Kämpfe in den einzelnen Altersklassen. Während in der Jugend E der Pokal bei Nick Schneider im Erzgebirge verblieb, glänzten in der Jugend D Karl Thoms vom PSV Rostock sowie in der Jugend C Ondrej Sláma (Sokol Vitkovice, CZ) besonders. Bei den weiblichen Schülern nahm Karolin Huth (Luftfahrt Berlin) den Sonderpreis mit in die Hauptstadt, während die bereits erwähnte Annika Seidel vom KSV Pausa bei der weiblichen Jugend zweimal aufs Podest durfte. Das RVT-Vereinsmaskottchen, Mattenfuchs "Siggi" durfte natürlich auch hier nicht fehlen.

Mattensplitter

5 Matten waren in der Tennishalle des Sportparks ausgelegt. Zweimal 8x8 Meter, zweimal 10x10 Meter und eine 12x12 Meter ergaben eine Gesamtfläche von 472 qm Wettkampffläche

2000 Blatt Papier wurde im Organisationsbüro „verdruckt“, dabei musste einmal die Tonerkasssette gewechselt werden

447 Kämpfe wurden absolviert, die meisten davon in der Jugend D mit 145 (C 133, E 76, WJ 23, WS 70)

282 Teilnehmer waren auf den Matten, den Sonder-Pokal für die weiteste Anreise heimsten dieses Mal die polnischen Gäste von ZTA Zgierz ein

35 Kampfrichter, Läufer für die Punktezettel und Zeitnehmer waren für den direkten Ablauf an den Matten erforderlich. Hinzu kommen 15 Mitarbeiter im Org-Büro und am Sprechertisch. Nicht zu vergessen die gut und gerne 30 Vereinsmitglieder und Helfer, die den Auf- und Abbau absicherten.

2000 Quadratmeter Hallenfläche wurden mittels Pressspanplatten abgedeckt, um für gute Bodenverhältnisse zu sorgen. Dafür waren etwa 500 Platten erforderlich.

47 Jahre alt wurde Thalheims Nachwuchs-Trainer Uwe „Charlie“ Fritzsch just am Wettkampftag. Ein Ständchen vor Turnierbeginn mit Überreichung einer Torte war ihm sicher. Fritzsch hat in Thalheim Kultstatus, unter anderem wegen einer legendären Geschichte aus dem Dezember 1989. Bei den letzten DDR-Meisterschaften – der damals 21-Jährige hielt sich lediglich zum Führerscheinerwerb nach der Maueröffnung in der Heimat auf – legte er im Poolfinale den damaligen Titelverteidiger Ralph Zentgraf nach 0:14-Rückstand noch auf beide Schultern und wurde nach anschließender Finalniederlage zum zweiten Mal Vize-Champion der DDR.

6 Stunden hatte RVT-Jugendwart Tino Korb die (zweifelhafte) Ehre, mit einem Trikot des Deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München aufzutreten. Hintergrund: Eine verlorene Wette gegen seinen Schützling Justin Nagler, dem Korb keinen Turniersieg zugetraut hatte.

Mannschaftswertung: Pokale gestiftet vom ambulanten Pflegedienst Falk Krause:

1. RV Thalheim (89 Punkte, 34 Teilnehmer)
2. Sokol Kladno (65/19)
3. RSK 1898 Gelenau (55/17)
4. AC 1897 Werdau (53/17)
5. RC Chemnitz (46/13)
6. RTV Zöblitz (43/9)

Sonderpokal weiteste Anreise (gestiftet von der Zoohandlung Graube, Thalheim): ZTA Zgierz (Polen)

Ergebnisse RV Thalheim und RVE Lugau (jeweils bis Platz 6)

Jugend E:
19 kg: 2. Boas-Bertram Böttger, 3. Felix Strunz, 23 kg: 1. Nick Schneider (alle RVT), 3. Leon Blachut, 25 kg: 2. Luke Schmalfuß, 5.Oliver Schwabe (alle RVE), 6. Vin Bräuer, 34 kg: 2. Timo Opitz (RVT)

Jugend D: 23 kg: 2. Moritz Ose (RVE), 6. Markus Hold, 27 kg: 3. Finn Löffler (beide RVT), 29 kg: 3. Erik Negwer (RVE), 5. Damian Kunz, 31 kg: 5. Pascal Redwitz (beide RVT), 6. Niklas Tasche (RVE), 34 kg: 3. Jonas Hofmann, 42 kg: 1. Justin Nagler (beide RVT)

Jugend C: 29 kg: 2. Martin Hähnel, 42 kg: 2. Leon Kunz (beide RVT), 3. Randy Pelikan (RVE), 4. Emil Lehmann, 50 kg: 1. Luca Schneider, 54 kg: 1. Jonas Scheermesser (alle RVT)

weibliche Schüler: 19 kg: 2. Paula Haase, 25 kg: 2. Julie Drechsel, 27 kg: 3. Carrie Drechsel (alle RVT)

weibliche Jugend:
35 kg: 1. Laura Colditz (RVT), 46 kg: 5. Maxi Haubold (SVA), 56 kg: 1. Jenny Blachut (RVE)

Text: Michael Thriemer. Fotos: Susann Krebs, Heiko Neubert.

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