| 3. Kampftag, 4.9.2004: RV Thalheim
- SV Luftfahrt Ringen Berlin Heißsporne
von Luftfahrt sind brandgefährlich
2. Bundesliga Ost: Hoher 20:8-Erfolg des
RVT über Luftfahrt Berlin täuscht über wahren Kampfverlauf hinweg
Thalheim. Es war ein Kampfabend vom
Feinsten, den knapp 400 Zuschauer am letzten Sonnabend im Thalheimer
Sportlerheim geboten bekamen. Spannende und enge Duelle zwischen dem RV
Thalheim und dem SV Luftfahrt Berlin hatten auf dem Papier ein klares Ende von
20:8 zugunsten der Erzgebirger. Dieses Ergebnis spiegelt den wahren
Kampfverlauf jedoch nur allzu schlecht wider, da viele Einzelvergleiche auf
der Kippe standen. Unparteiischer des Zweitligagefechts war kein Geringerer
als der zweifache WM-Dritte von 1979 und 82, Eberhard Probst, der noch eine
Woche zuvor als Kampfrichter bei den Olympischen Spielen in Athen auf der
Matte gestanden hatte.
Den
Auftakt machten Falko Berthel (RVT) und Kevin Thalau im Limit bis 55 kg. Bis
20 Sekunden vor dem Ende hielt der Thalheimer einen knappen Rückstand, geriet
dann jedoch in eine Bodenattacke des Berliners und musste so noch eine
Schulterniederlage hinnehmen. Souverän präsentierte sich erneut André
Montag im Superschwergewicht. Mit dem 15:0 durch Rollen und Ausheber gegen
Stefan Zech erzielte er seinen zweiten Überlegenheitssieg in dieser Saison.
Brandgefährlich
wurden die Heißsporne aus der Hauptstadt dann im Federgewicht (bis 60 kg).
Thomas Berger von den Drei-Tannen-Städtern war noch bei den ersten beiden
Würfen seines Gegners Kamil Miller auf verlorenem Posten und lag zur Pausa 0:7
zurück. Der Berliner griff auch nach der Pause weiter an, was ihm zum
Verhängnis wurde. Diesmal passte "Bergsi" auf, fing Miller ab und
ließ ihn nicht mehr los. Bei diesem Schultersieg stand die Halle Kopf, denn
kaum jemand hatte dem Thalheimer nach diesem Rückstand noch einen Sieg
zugetraut.
Der
96-kg-Vergleich verlief ähnlich nervenaufreibend. Ronny Fritz (Thalheim)
ließ sich zu Beginn von Muhammet Yücel bei einer Rolle kontern, kämpfte
sich jedoch mit einer Energieleistung aus der gefährlichen Lage heraus. Nach
der Pause machte er den Rückstand wett und siegte schließlich durch
Beinschrauben noch 6:3. Im letzten Duell vor der Pause (66 kg, Freistil)
gewann der hoch motivierte Martin Obst von den Gästen mit 4:2 gegen Heiko
Gensicke. Zu diesem Zeitpunkt stand es im Mannschaftskampf 10:6 für den RVT.
Das
Mittelgewicht (Klassisch) sah in Heiko Heinemann einen verdienten Thalheimer
4:0-Sieger über Mirco Redmann, ehe die Gäste durch den Punkterfolg von
Geoffrey Herrmann (66 kg, Klassisch) noch einmal auf 8:12 herankamen. Was
folgte, war sicher das Highlight an diesem Abend: RVT-Neuzugang Norman
Schönwälder duellierte sich mit Alexander Sommer bis 84 kg, Freistil.
Erstmalig kam der Zwiegriff zur Anwendung, nachdem es zur Pause 0:0 hieß.
Schönwälder verlor diesen und lief nun einem 0:1-Rückstand hinterher. Mit
unnachahmlichem Einsatz kämpfte er und schaffte zehn Sekunden vor Ablauf der
regulären Kampfzeit das 1:1. In der Verlängerung mussten beide Akteure über
ihre Leistungsgrenzen hinausgehen. Der Thalheimer hatte das Glück des
Tüchtigen, griff an und wurde unter dem Jubel der Fans mit dem 2:1-Punktsieg
belohnt.
Den letzten Kampf sahen die Fans einen ungefährdeten 4:0-Erfolg von Ralph Piterek (74 kg, Freistil) über Marcel
Redmann. Nicht zum Zuge kam leider Petr Bielesz, dessen zehn Kilo leichterer
Gegner Marco Klein vorzeitig aufgab und so kampflos die abschließenden vier
Punkte an den RV Thalheim abgab. In der Tabelle liegen die Thalheimer damit
hinter Frankfurt/Eisenhüttenstadt und Erzgebirge Aue auf dem dritten
Rang.
Weitere Bilder:
Holger Hähnel, 5.9.04
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