2. Bundesliga 2004 - Berichte von den Kämpfen des RVT

13. Kampftag, 13.11.2004: RV Thalheim - Kampfsport- und Fitness-Club (KFC) Leipzig

Entscheidung fällt im zehnten Duell

Viel Spannung beim 14,5:12-Sieg über den KFC Leipzig

André Montag (96 kg, Klassisch) wirft Alexander Feist. - [KLICK zum Vergrößern!]Die "Unglückszahl" Dreizehn wurde den Thalheimer Zweitligaringern am letzten Wochenende nicht zum Verhängnis. Am 13. Kampftag gewann das Team um Trainer Jochen Schwarzer die bis zum Ende offene und mitreißende Begegnung gegen den KFC Leipzig mit 14,5:12. 

Dennoch hatte es an diesem 13. November zunächst nicht an Unglücksmeldungen gemangelt. So musste Chris Paetzold, nachdem er am Freitagabend noch in Thalheim trainiert hatte, mit Fieber das Bett hüten und stand dem RVT gegen die starken Messestädter nicht zur Verfügung. Dass es dennoch zu dem knappen Erfolg vor reichlich 300 Zuschauern im Sportlerheim gereicht hat, war vor allem der Verdienst des großen Kampfwillens, den alle zehn RVT-Athleten an den Tag legten. Heraus ragten dabei besonders die Aufholjagd von Thomas Berger (60 kg) gegen Marcus Stichling sowie Norman Schönwälder (84 kg, Freistil), der sich für die Hinrundenniederlage gegen Steffen Gottschalk revanchierte. 

Ronny Fritz (rot) wehrt sich gegen eine Bodenattacke von Andreas Guttentag. - [KLICK zum Vergrößern!]In den Anfangsduellen ging das Konzept von Leipzigs Trainer Uwe Neumeister noch auf, denn Martin Petzold (55 kg) sowie Andreas Guttentag (120 kg) besiegten ihre Gegenüber. Thalheims Leichtester Falko Berthel hatte gegen den amtierenden Dritten der Deutschen Juniorenmeisterschaften mit 0:15 das Nachsehen. Ronny Fritz lief im Superschwergewicht lange einem 0:1-Rückstand hinterher, den er sich gegen Guttentag bereits in den ersten Sekunden des Kampfes eingehandelt hatte.

Thomas Berger (oben) will sich gegen Marcus Stichling eine Rolle erarbeiten. - [KLICK zum Vergrößern!]Den nun folgenden dritten Vergleich (60 kg) kann man getrost als Höhepunkt des Abends bezeichnen. Selbst der Markneukirchner Kampfrichter Axel Blümel war beeindruckt und meinte nach dem Duell zwischen Thomas Berger und Marcus Stichling: "Solche Kämpfe müsste man im Fernsehen zeigen, dann wäre das Ringen nicht mehr lange nur Randsportart." Der Leipziger war nach einem Beinausheber in der ersten Minute 6:0 in Führung gegangen. Doch so schnell gab "Bergsi" nicht auf. Mit einem lupenreinen Hüftwurf kam er wieder in Schlagdistanz. Der eiserne Siegeswille des Thalheimers und die nachlassende Kondition von Stichling sorgten dafür, dass die Fans am Ende ein 8:6 für ihren Mann in Rot lauthals bejubeln konnten.

Hier wirken hohe Kräfte: André Montag (rot) rollt Alexander Feist. - [KLICK zum Vergrößern!]Bis 96 kg spielte André Montag gegen Alexander Feist von den Gästen seine physischen Vorteile aus. Mit Aushebern und Rollen triumphierte der Klassiker nach dreieinhalb Minuten mit 15:0. Im Leichtgewicht (griechisch-römischer Stil) war der 16-jährige Dennis Mehlhorn für Chris Paetzold ins Team gerückt. Er hielt gegen den mehrfachen Landesmeister André Tischendorf lange gegen, fing sogar eine Rolle ab, doch zehn Sekunden vor dem Ende musste er die Überlegenheit des KFC-Athleten anerkennen. Nach den ersten fünf Begegnungen führten die Leipziger mit 10:6.

Die Weichen auf Gesamtsieg stellte Norman Schönwälder im freien Stil des Mittelgewichts. Eine blitzschnelle Aktion kurz vor der Pause brachte ihm den 1:0-Erfolg gegen Steffen Gottschalk. Das gleiche Ergebnis erzielte Heiko Gensicke gegen den 36-jährigen Mattenfuchs Andreas Verniest bis 66 kg (Freistil), so dass es vor den abschließenden drei Duellen 10:10 stand. 

Ralph Piterek (rot) während einer Beinattacke gegen Bernd Braumann. - [KLICK zum Vergrößern!]Die Pleißestädter legten nun erneut vor und kamen durch das knappe 1:0 ihres Stephan Hube gegen Heiko Heinemann in Front. Zum Abschluss mussten also die beiden 74-kg-Trümpfe des RVT stechen. Seinem Beinamen als "Mister Zuverlässig" blieb Petr Bielesz treu, als er Tilo Türk nach kräftezehrenden sechs Minuten 3:1 bezwang. Erneut war der Gleichstand da und es musste die zehnte Begegnung zwischen Ralph Piterek und Bernd Braumann eine Entscheidung bringen. "Ralle", wie er von seinen Thalheimer Fans nur genannt wird, begann verhalten, doch als er merkte, dass seine schnellen Beinattacken zum Erfolg führten, sah man einen Angriff nach dem anderen. Unter großem Beifall gewann Piterek mit 8:2 und stellte damit den 14,5:12-Endstand für den RV Thalheim her.

In den kommenden Wochen müssen die Drei-Tannen-Städter, die weiter auf dem Bronzerang der Staffel Ost liegen, zweimal auf auswärtige Matten, ehe der nächste Heimkampf am 4. Dezember ansteht. Dann wird auch die traditionelle öffentliche Weihnachtsfeier im Sportlerheim an der Stollberger Straße gefeiert.

Holger Hähnel, 14.11.2004