2. Bundesliga 2004 - Berichte von den Kämpfen des RVT

15. Kampftag, 27.11.2004: FC Erzgebirge Aue - RV Thalheim

RVT knackt den FC Erzgebirge

Erster Sieg seit acht Jahren gegen Mannschaft aus Aue

Fassart-Erarbeitung im Limit bis 96 kg.. - [KLICK zum Vergrößern!]Die erste harte Nuss in der noch jungen Adventszeit 2004 knackte der Ringerverein Thalheim am vergangenen Sonnabend in Aue. Gegen die Zweikämpfer des FC Erzgebirge gelang den Zwönitztalern nach ganzen acht Jahren erstmals wieder ein Sieg. Und einer freute sich darüber wohl am meisten: Gästetrainer Jochen Schwarzer. Seit er das sportliche Zepter in Thalheim im Mai 2000 übernahm, brannte er immer wieder darauf, einmal gegen seinen ehemaligen Verein zu gewinnen. Hauptanteil an dem umjubelten 15,5:11-Erfolg vor 280 Zuschauern (davon zwei Drittel aus Thalheim) hatte die mannschaftliche Geschlossenheit. Das RVT-Team gab sich nach den knappen Niederlagen von Ronny Fritz (120 kg) und Chris Paetzold (66 kg, Klassisch) nicht auf und riss das Ruder noch herum.

Mit vier Punkten Vorsprung auf Aue können sich die Thalheimer nach diesem harten Kampftag über Silber freuen. Wenn nächste Woche die öffentliche Weihnachtsfeier in der Drei-Tannen-Stadt ansteht, wird man es gegen den Tabellenachten Potsdam nicht ganz so schwer bekommen. 

Zu den einzelnen Kämpfen: Das Auftaktmatch verlor Falko Berthel (55 kg) technisch unterlegen gegen den erstligaerfahrenen Pierre Vierling. Bis 120 kg glückte Ronny Fritz diesmal nicht die Revanche gegen Aues 19-jährigen Michael Völkel. Nach sechs Minuten behielt der FCE-Athlet 2:0 die Nase vorn. Wegen der Teilnahme an einem internationalen Turnier in Nizza mussten die Auer auf Dennis Nowka im Limit bis 60 kg verzichten. Auch an Ersatz war nicht zu denken, folglich gingen vier Zähler nach Thalheim in Person von Thomas Berger.

Chris Paetzold in einer brenzligen Situation gegen Axel Frommhold (rot). - [KLICK zum Vergrößern!]Von den Lorbeeren seines Gegenübers ließ sich André Montag im Schwergewicht zu keiner Sekunde beeindrucken. Sein Gegenüber Jacub Chechel war mehrfacher Vizemeister Tschechiens - dem Thalheimer allerdings weder im Stand noch im Boden gewachsen. Montag gewann per Verwarnung und Bodenrolle 3:0. Im letzten Duell vor der Pause (66 kg, Klassisch) unterlag Chris Paetzold hauchdünn gegen den Freistil-Spezialisten Axel Frommhold. Nach eigener Führung durch Ausheber und Rolle ließ sich Paetzold kurz vor Ende unglücklich abfangen und ärgerte sich danach am meisten selbst über die 5:6-Niederlage.

84 kg Freistil: Norman Schönwölder (blau) gegen Selami Akosman. - [KLICK zum Vergrößern!]Zur Pause lag Aue mit 8:6 vorn. Die Führung bauten sie durch einen ihrer stärksten, den amtierenden Dritten der Deutschen Meisterschaften, Selami Akosman (84 kg, Freistil), aus. Mit 9:0 war Akosman gegen Norman Schönwälder der cleverere Mann auf der Matte. Die vielen mitgereisten RVT-Fans packte es danach so richtig. Bis 66 kg (Freistil) nutzte Heiko Gensicke grandios die Schwächen des Bulgaren Doychin Stanchev. Mit pausenlosen Beinangriffen wurde er umjubelter 13:2-Punktsieger und brachte sein Team auf 9:11 heran.

Petr Bielesz (blau) wirft Mario Büttner. - [KLICK zum Vergrößern!]Der tolle Erfolg von Gensicke sorgte noch einmal für einen echten Motivationsschub auf Thalheimer Seite. Die drei Kämpfe zum Abschluss zogen dem FCE dann endgültig den Zahn an diesem Abend. Kämpferisch wie immer auf der Höhe gewann Heiko Heinemann (84 kg, Klassisch) nach anfänglichem Rückstand 4:1 gegen Tony Selle. Mit 13,5:11 ging der RV Thalheim erstmals in Führung, als Petr Bielesz den 36-jährigen Olympiateilnehmer von Barcelona und ehemaligen Vize-Europameister Mario Büttner in die Schranken wies. Im Stand war Bielesz der Aktivere, im Boden der Stärkere. 0:6 hieß es am Ende aus Sicht des Auers. Der FC Erzgebirge hätte nun nur noch durch einen hohen Punktsieg von Jörn Schröter (74 kg, Freistil) einen Mannschaftserfolg erzielen können. Dagegen hatte Ralph Piterek etwas. Der in 14 Kämpfen ungeschlagene Thalheimer, und damit beste Weltergewichtler der Liga, konterte Schröter in der ersten Kampfhälfte aus, wofür es vom Würzburger Unparteiischen Manfred Werner drei Punkte gab. Danach passierte nicht mehr viel, so dass die abschließenden zwei Mannschaftszähler ebenfalls an den RVT gingen.

Weitere Bilder:

Heiko Gensicke (rot) rollt Doychin Stanchev. - [KLICK zum Vergrößern!] 84 kg, Klassisch: Beiden Kämpfern ist die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. - [KLICK zum Vergrößern!] Die zahlreichen Thalheimer Fans in Aue. - [KLICK zum Vergrößern!]
Ralph Piterek (blau) kann alle Angriffsversuche von Jörn Schröter abwehren. - [KLICK zum Vergrößern!] Verabschiedung der beiden Mannschaften. - [KLICK zum Vergrößern!]

Holger Hähnel, 28.11.2004