Luckenwalde.
Der erwartet schwere Gang wurde das Debüt in der 1. Bundesliga für den
Ringerverein Thalheim. Mit 31:3 gewann der Top-Favorit 1. Luckenwalder SC
und demonstrierte bereits im ersten Saisonkampf seine Ambitionen auf die
Wiederholung des Meistertitels, den die Brandenburger im März als erstes
ostdeutsches Team seit der Wende gewonnen hatten.
Vier ihrer fünf Neuverpflichtungen boten die Brandenburger gegen den
RV Thalheim auf, so dass der Klassenunterschied mehr als deutlich wurde.
Die Schützlinge von Trainer Andreas Zabel waren auch in den knappen
Duellen stets eine Nasenlänge voraus und vor allem in punkto Cleverness
voll auf der Höhe.
Mit
dabei unter den 620 Fans in der Fläminghalle waren auch 70 Fans aus dem
Erzgebirge. Die RVT-Anhänger feuerten ihre Kämpfer ab der ersten Sekunde
an, so dass sich selbst die Gastgeber beeindruckt zeigten. "Da
wünscht man sich, dass der RV Thalheim der 1. Bundesliga erhalten
bleibt", lobte der LSC-Aufsichtsratschef Reinhardt Töpel die
Atmosphäre, die von den Drei-Tannen-Städter ausging.
Der
Jubel der Zwönitztaler brannte gleich in der ersten Kampfminute auf, als
Patrick Baumann (55 kg) im Auftaktduell des Abends seinem Kontrahenten
René Pikulla mit einer blitzschnellen Kopfrolle zwei Zähler abnahm. Für
den 21-jährigen Thalheimer war damit sogar der Gewinn der ersten Runde
gegen den favorisierten Luckenwalder verbunden - für die Anhänger aus
dem Erzgebirge ein Beginn nach Maß.
Bis
der nächste Rundengewinn auf Seiten der Gäste gefeiert werden konnte,
sollte es jedoch eine Weile dauern. Den deutlichen Niederlagen von André
Montag (120 kg) gegen den aktuellen Vizeweltmeister Marek Svec sowie von
Kevin Mehlhorn (60 kg) gegen den Zweiten der letztjährigen Deutschen
Meisterschaften, Dennis Nowka, folgte ein knappes Duell im Limit bis 96
kg. In Runde drei dieser Begegnung forderten die Drei-Tannen-Städter
vehement eine Wertung für Aleksandr Sommer, der am Mattenrand eine Aktion
des bulgarischen Auswahlringers Dragomir Stoychev konterte. In der Folge
war der Luckenwalder jedoch cleverer und entschied das Duell knapp nach
Punkten für sich.
Kritik
für kleinere taktische Schwächen mussten sich Olaf Brandt (66 kg,
Klassisch) und Ralph Piterek (74 kg, Freistil) gefallen lassen. "Da
müssen wir natürlich sehen, dass so etwas gegen Mannschaften wie Leipzig
oder Rostock nicht passiert, wenn es knapper zugeht", blickte der
Thalheimer Vereinsvorsitzende André Schmidt bereits auf die nächsten
Kämpfe. Brandt verpasste gegen den bärenstarken WM-Dritten von 2005,
Eusebiu Diaconu, knapp den Gewinn der zweiten Runde.
Bis 74 kg (Freistil) sahen die Fans den spannendsten Vergleich des
Abends. Thalheims Ralph Piterek traf hier auf den amtierenden
Junioren-Europameister Felix Menzel. In letzter Sekunde entschied Piterek
Durchgang eins für sich, bevor der 19-Jährige Luckenwalder den Spieß
umdrehte und 2:1 in Führung ging. Nun kam Piterek zurück und es musste
die fünfte und letzte Runde entscheiden. Nur ein Hauch war es, der
schließlich den Ausgang zugunsten von Menzel mit sich brachte. Die Luft
war schließlich im Abschlussduell raus, als Petr Bielesz dem
LSC-Neuzugang Lars Levermann durch Bodenrollen unterlag.
Auf
den Rückkampf, der schon in vier Wochen über die Bühne geht, freuten
sich die Luckenwalder bereits und stellten zur Pressekonferenz nach der
Begegnung die Frage, wie man denn am besten nach Thalheim komme. Dabei
hatte sich bereits bis in den Landkreis Teltow-Fläming herumgesprochen,
was mit der Stollberger Ortsumgehung diese Woche passiert war. Ob man dann
über Aue fahren müsse, um nach Thalheim zu kommen, wollte der Moderator
Eik Galley wissen - was Thalheims Trainer Jochen Schwarzer jedoch mit
einem Schmunzeln verneinte.
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Holger Hähnel,