1. Bundesliga 2006/07 - Berichte von den Kämpfen des RVT

1. Kampftag 7.10.2006: 1. Luckenwalder SC - RV Thalheim

Trotz hoher Niederlage tolle Atmosphäre

RVT unterliegt Deutschem Meister 1. Luckenwalder SC 3:31

Das neue BUNDESLIGA-Logo - [Klick zum Vergrößern!]Luckenwalde. Der erwartet schwere Gang wurde das Debüt in der 1. Bundesliga für den Ringerverein Thalheim. Mit 31:3 gewann der Top-Favorit 1. Luckenwalder SC und demonstrierte bereits im ersten Saisonkampf seine Ambitionen auf die Wiederholung des Meistertitels, den die Brandenburger im März als erstes ostdeutsches Team seit der Wende gewonnen hatten.

Vier ihrer fünf Neuverpflichtungen boten die Brandenburger gegen den RV Thalheim auf, so dass der Klassenunterschied mehr als deutlich wurde. Die Schützlinge von Trainer Andreas Zabel waren auch in den knappen Duellen stets eine Nasenlänge voraus und vor allem in punkto Cleverness voll auf der Höhe.

Schlachtenbummler aus Thalheim - [KLICK zum Vergrößern!]Mit dabei unter den 620 Fans in der Fläminghalle waren auch 70 Fans aus dem Erzgebirge. Die RVT-Anhänger feuerten ihre Kämpfer ab der ersten Sekunde an, so dass sich selbst die Gastgeber beeindruckt zeigten. "Da wünscht man sich, dass der RV Thalheim der 1. Bundesliga erhalten bleibt", lobte der LSC-Aufsichtsratschef Reinhardt Töpel die Atmosphäre, die von den Drei-Tannen-Städter ausging.

Das Team bei der Vorstellung - [Klick zum Vergrößern!]Der Jubel der Zwönitztaler brannte gleich in der ersten Kampfminute auf, als Patrick Baumann (55 kg) im Auftaktduell des Abends seinem Kontrahenten René Pikulla mit einer blitzschnellen Kopfrolle zwei Zähler abnahm. Für den 21-jährigen Thalheimer war damit sogar der Gewinn der ersten Runde gegen den favorisierten Luckenwalder verbunden - für die Anhänger aus dem Erzgebirge ein Beginn nach Maß.

Aleksandr Sommer wird von Jochen Schwarzer betreut. - [KLICK zum Vergrößern!]Bis der nächste Rundengewinn auf Seiten der Gäste gefeiert werden konnte, sollte es jedoch eine Weile dauern. Den deutlichen Niederlagen von André Montag (120 kg) gegen den aktuellen Vizeweltmeister Marek Svec sowie von Kevin Mehlhorn (60 kg) gegen den Zweiten der letztjährigen Deutschen Meisterschaften, Dennis Nowka, folgte ein knappes Duell im Limit bis 96 kg. In Runde drei dieser Begegnung forderten die Drei-Tannen-Städter vehement eine Wertung für Aleksandr Sommer, der am Mattenrand eine Aktion des bulgarischen Auswahlringers Dragomir Stoychev konterte. In der Folge war der Luckenwalder jedoch cleverer und entschied das Duell knapp nach Punkten für sich.

Olaf Brandt in der Oberlage gegen Eusebiu Diaconu - [Klick zum Vergrößern!]Kritik für kleinere taktische Schwächen mussten sich Olaf Brandt (66 kg, Klassisch) und Ralph Piterek (74 kg, Freistil) gefallen lassen. "Da müssen wir natürlich sehen, dass so etwas gegen Mannschaften wie Leipzig oder Rostock nicht passiert, wenn es knapper zugeht", blickte der Thalheimer Vereinsvorsitzende André Schmidt bereits auf die nächsten Kämpfe. Brandt verpasste gegen den bärenstarken WM-Dritten von 2005, Eusebiu Diaconu, knapp den Gewinn der zweiten Runde.

Bis 74 kg (Freistil) sahen die Fans den spannendsten Vergleich des Abends. Thalheims Ralph Piterek traf hier auf den amtierenden Junioren-Europameister Felix Menzel. In letzter Sekunde entschied Piterek Durchgang eins für sich, bevor der 19-Jährige Luckenwalder den Spieß umdrehte und 2:1 in Führung ging. Nun kam Piterek zurück und es musste die fünfte und letzte Runde entscheiden. Nur ein Hauch war es, der schließlich den Ausgang zugunsten von Menzel mit sich brachte. Die Luft war schließlich im Abschlussduell raus, als Petr Bielesz dem LSC-Neuzugang Lars Levermann durch Bodenrollen unterlag.

Auf den Rückkampf, der schon in vier Wochen über die Bühne geht, freuten sich die Luckenwalder bereits und stellten zur Pressekonferenz nach der Begegnung die Frage, wie man denn am besten nach Thalheim komme. Dabei hatte sich bereits bis in den Landkreis Teltow-Fläming herumgesprochen, was mit der Stollberger Ortsumgehung diese Woche passiert war. Ob man dann über Aue fahren müsse, um nach Thalheim zu kommen, wollte der Moderator Eik Galley wissen - was Thalheims Trainer Jochen Schwarzer jedoch mit einem Schmunzeln verneinte.

Weitere Bilder

Kevin Mehlhorn in der Oberlage gegen Dennis Nowka. - [KLICK zum Vergrößern!] In der Oberlage gegen einen Weltmeister: Norman Schönwälder und Alexey Gloushkov. - [KLICK zum Vergrößern!]

Holger Hähnel, 8.10.2006