1. Bundesliga 2006/07 - Berichte von den Kämpfen des RVT

3. Kampftag 21.10.2006: KG Rostock/Warnemünde - RV Thalheim

Thalheim siegt im Ostsee-Mattenkrimi

Spannung bis zur letzten Sekunde beim 19:18-Erfolg des RV Thalheim in Rostock

Thalheim siegt in Rostock! - [Klick zum Vergrößern!]Seinen ersten Sieg in der 1. Bundesliga feierte der Ringerverein Thalheim über 500 Kilometer von der Drei-Tannen-Stadt entfernt in Sichtweite der Ostseeküste. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Vergleich gewannen die Gäste bei der Kampfgemeinschaft Rostock/Warnemünde mit dem knappstmöglichen Ergebnis von 19:18.

Verdient hätte es beinahe jeder der Thalheimer, an diesem Abend zum "Matchwinner" tituliert zu werden - seien es Patrick Baumann (55 kg) oder Thomas Berger (60 kg), die hauchdünne 3:2-Erfolge einfuhren, der als Ersatzmann aufgestellte Tobias Löffler (66 kg, Freistil), der nur nach Punkten verlor oder aber André Montag (120 kg), der nach verlorener erster Runde seinen Kampf noch zum 3:1 umbog.

Ralph Piterek wird betreut. - [Klick zum Vergrößern!]Als vorentscheidend für den Triumph der Erzgebirger muss jedoch das Duell im freien Stil des Weltergewichts (74 kg) gelten. Vor dieser Begegnung - die vorletzte an diesem Kampfabend - rangierten beide Teams mit jeweils 15 Zählern gleichauf in der Mannschaftswertung. Auf die Matte traten Ralph Piterek für den RVT und der ehemalige Deutsche Vizemeister und Ur-Rostocker Martin Buhz, der in der Vorwoche mit einem klaren Sieg gegen den amtierenden Junioren-Europameister Felix Menzel für Furore gesorgt hatte. Hochkonzentriert begann "Ralle", angefeuert von den lautstarken, mitgereisten RVT-Fans, die erste Runde. Kurz vor deren Ende erwischte Piterek das Bein seines Gegenübers, bekam ihn jedoch nicht in die Bodenlage, so dass er kurzerhand eine Rollentechnik ansetzte und Erfolg hatte.

Nachdem der clevere Rostocker die weiteren Runden knapp für sich entscheiden konnte, lag sein Team 18:16 in Front. Mit einem sicheren Punktsieg konnte Petr Bielesz (74 kg, Klassisch) nun den Sieg in diesem Mattenkrimi nach Hause bringen. "Mister Zuverlässig", wie der Chomutover in Thalheim auch genannt wird, meisterte diese Aufgabe gegen Mathias Meyer in gewohnt abgeklärter Manier. Laut konnten die Zwönitztaler im Moment der Schlusssirene jubeln, denn nach den zwei Auftaktniederlagen gibt dieser Mannschaftssieg enormen Auftrieb für den weiteren Saisonverlauf in der 1. Bundesliga.

André Montag besiegt Mathias Schuck. - [Klick zum Vergrößern!]Mit vier Einzelerfolgen hatte der RVT zuvor den Grundstein für den Erfolg gelegt. Patrick Baumann musste gegen Alexander Frey, ebenso wie Thomas Berger gegen Dennis Langner, bis zur letzten Sekunde alles geben, um das wichtige 3:2 sicherzustellen. André Montag spielte im Superschwergewicht seine Konditionsvorteile gegen Matthias Schuck aus, während Aleksandr Sommer (96 kg) nicht gegen die starke Physis des Rostockers René Hoppe ankam. Der Pausenstand lautete 11:9 für die Hausherren, nachdem Tobias Löffler einen großen Kampf gezeigt hatte und dem Freistil-Spezialisten Steffen Lübke nur nach Punkten unterlegen war.

Mit Mark O. Madsen (84 kg, Klassisch) brachte die Kampfgemeinschaft den amtierenden Dritten der Weltmeisterschaften gegen Holger Hähnel auf die Matte. Mit seiner explosionsartigen Schnellkraft gewann der Däne die ersten beiden Runden technisch überlegen. In Durchgang drei fing der Thalheimer einen Wurfversuch ab und Madsen fand sich kurzzeitig in der gefährlichen Lage wieder. Danach sorgte jedoch die zweite Dreier-Wertung des Kopenhageners für den vorzeitigen Erfolg.

Olaf Brandt zieht seinen ''Kubaner'' [Klick zum Vergrößern!]Ebenfalls einen dänischen Auswahlringer hatte Ringkampf-Exot Olaf Brandt (66 kg, Klassisch) zum Gegner. Brandt, der noch vor zwei Jahren selbst die Ringerstiefel für die Ostseestädter schnürte, beeindruckte gegen Dennis Jensen mit seiner aggressiven Kampfweise. Zweimal hatte er Jensen mit dem "Kubaner", seiner Spezialtechnik, am Rande einer Schulterniederlage. Auch Thalheims Norman Schönwälder (84 kg, Freistil) war gegen Waldemar Streib dem Schultersieg nahe. Mit sehenswerten Beinangriffen gewann der 28-Jährige ungefährdet und stellte den 15:15-Gleichstand vor den abschließenden beiden Duellen her.

Stimmen zum Kampf:

Jochen Schwarzer (Trainer RV Thalheim): "Rostock war im Vorfeld zu sehr vom Sieg überzeugt - womöglich war das unser Plus. Alle haben bis zum Umfallen gefightet, einfach eine Superleistung."

Stephan Beilke (Trainer KG Rostock/Warnemünde): "Wir sind natürlich enorm enttäuscht. Dennis Langner hätte unbedingt gewinnen müssen und auch Steffen Lübke fehlte der letzte Biss, um noch die technische Überlegenheit zu erreichen."

HHä, 22.10.06