Seinen
ersten Sieg in der 1. Bundesliga feierte der Ringerverein Thalheim über 500
Kilometer von der Drei-Tannen-Stadt entfernt in Sichtweite der Ostseeküste.
In einem an Spannung kaum zu überbietenden Vergleich gewannen die Gäste bei
der Kampfgemeinschaft Rostock/Warnemünde mit dem knappstmöglichen Ergebnis
von 19:18.
Verdient hätte es beinahe jeder der Thalheimer, an diesem Abend zum "Matchwinner"
tituliert zu werden - seien es Patrick Baumann (55 kg) oder Thomas Berger (60
kg), die hauchdünne 3:2-Erfolge einfuhren, der als Ersatzmann aufgestellte
Tobias Löffler (66 kg, Freistil), der nur nach Punkten verlor oder aber
André Montag (120 kg), der nach verlorener erster Runde seinen Kampf noch zum
3:1 umbog.
Als
vorentscheidend für den Triumph der Erzgebirger muss jedoch das Duell im
freien Stil des Weltergewichts (74 kg) gelten. Vor dieser Begegnung - die
vorletzte an diesem Kampfabend - rangierten beide Teams mit jeweils 15
Zählern gleichauf in der Mannschaftswertung. Auf die Matte traten Ralph
Piterek für den RVT und der ehemalige Deutsche Vizemeister und Ur-Rostocker
Martin Buhz, der in der Vorwoche mit einem klaren Sieg gegen den amtierenden
Junioren-Europameister Felix Menzel für Furore gesorgt hatte.
Hochkonzentriert begann "Ralle", angefeuert von den lautstarken,
mitgereisten RVT-Fans, die erste Runde. Kurz vor deren Ende erwischte Piterek
das Bein seines Gegenübers, bekam ihn jedoch nicht in die Bodenlage, so dass
er kurzerhand eine Rollentechnik ansetzte und Erfolg hatte.
Nachdem der clevere Rostocker die weiteren Runden knapp für sich
entscheiden konnte, lag sein Team 18:16 in Front. Mit einem sicheren Punktsieg
konnte Petr Bielesz (74 kg, Klassisch) nun den Sieg in diesem Mattenkrimi nach
Hause bringen. "Mister Zuverlässig", wie der Chomutover in Thalheim
auch genannt wird, meisterte diese Aufgabe gegen Mathias Meyer in gewohnt
abgeklärter Manier. Laut konnten die Zwönitztaler im Moment der
Schlusssirene jubeln, denn nach den zwei Auftaktniederlagen gibt dieser
Mannschaftssieg enormen Auftrieb für den weiteren Saisonverlauf in der 1.
Bundesliga.
Mit
vier Einzelerfolgen hatte der RVT zuvor den Grundstein für den Erfolg gelegt.
Patrick Baumann musste gegen Alexander Frey, ebenso wie Thomas Berger gegen
Dennis Langner, bis zur letzten Sekunde alles geben, um das wichtige 3:2
sicherzustellen. André Montag spielte im Superschwergewicht seine
Konditionsvorteile gegen Matthias Schuck aus, während Aleksandr Sommer (96
kg) nicht gegen die starke Physis des Rostockers René Hoppe ankam. Der
Pausenstand lautete 11:9 für die Hausherren, nachdem Tobias Löffler einen
großen Kampf gezeigt hatte und dem Freistil-Spezialisten Steffen Lübke nur
nach Punkten unterlegen war.
Mit Mark O. Madsen (84 kg, Klassisch) brachte die Kampfgemeinschaft den
amtierenden Dritten der Weltmeisterschaften gegen Holger Hähnel auf die
Matte. Mit seiner explosionsartigen Schnellkraft gewann der Däne die ersten
beiden Runden technisch überlegen. In Durchgang drei fing der Thalheimer
einen Wurfversuch ab und Madsen fand sich kurzzeitig in der gefährlichen Lage
wieder. Danach sorgte jedoch die zweite Dreier-Wertung des Kopenhageners für
den vorzeitigen Erfolg.
Ebenfalls
einen dänischen Auswahlringer hatte Ringkampf-Exot Olaf Brandt (66 kg,
Klassisch) zum Gegner. Brandt, der noch vor zwei Jahren selbst die
Ringerstiefel für die Ostseestädter schnürte, beeindruckte gegen Dennis
Jensen mit seiner aggressiven Kampfweise. Zweimal hatte er Jensen mit dem
"Kubaner", seiner Spezialtechnik, am Rande einer Schulterniederlage.
Auch Thalheims Norman Schönwälder (84 kg, Freistil) war gegen Waldemar
Streib dem Schultersieg nahe. Mit sehenswerten Beinangriffen gewann der
28-Jährige ungefährdet und stellte den 15:15-Gleichstand vor den
abschließenden beiden Duellen her.