| 4. Kampftag 28.10.2006: RV
Thalheim - FC Erzgebirge Aue
Dramatisches Derby birgt Überraschungen RV Thalheim gewinnt 22:15 gegen FC Erzgebirge Aue
Zum entscheidenden Knackpunkt wurde die Begegnung bis 84 kg (Freistil), als der Auer Selami Akosman wegen eines Fouls in der dritten Runde disqualifiziert wurde. Norman Schönwälder hatte ihm bis dahin einen großen Kampf geboten und sogar die erste Runde 6:4 gewonnen. Beim Stand von 3:4 in Durchgang drei führte Akosman nach dem Abpfiff des Kampfrichters Mario Schmidt noch einen Beinangriff aus, bei dem sich Schönwälder am Rücken verletzte. Diese vier Verlustpunkte konnte der FC Erzgebirge in den beiden abschließenden Weltergewichtsduellen nicht mehr wettmachen. Die Kämpfe im Einzelnen, 1. Halbzeit: 55 kg (Freistil): Patrick Baumann - ohne Gegner 4:0 (kampflos): Nicht zu ringen brauchte Thalheims Patrick Baumann, da Aue keinen Ersatz für den dienstlich verhinderten Pierre Vierling auf die Matte brachte. - Gesamtstand in der Mannschaftswertung 4:0 120 kg (Klassisch): André Montag - Nico Schmidt 0:4 (TÜ): Dass er ein absoluter Top-Athlet ist, bewies Aues Neuzugang Nico Schmidt gegen den 20 Kilo leichteren André Montag. Der amtierende Deutsche Meister im Superschwergewicht, der zum Unverständnis der gesamten deutschen Ringerwelt in diesem Jahr aus dem DRB-Kader flog, nahm dem Thalheimer alle drei Runden vorzeitig ab. Mit einem Salto rückwärts, wie es wohl kaum ein Superschwergewichtler beherrscht, bewies er außerdem direkt nach dem Sieg seine enorme Beweglichkeit. - Teamstand 4:4 60 kg (Klassisch): Thomas Berger - Jan Hocko 0:3 (PS): Physisch war der mehrfache EM- und WM-Teilnehmer Jan Hocko dem RVT-Ringer Thomas Berger eine Nasenlänge voraus. Die ersten beiden Runden gingen klar an den Tschechen, doch in Durchgang drei erkämpfte sich "Bergsi" mit einer schönen Bodenaktion eine 2:0-Führung. Leider konnte er den Vorsprung nicht halten, als er selbst in die Bodenlage musste, so dass Hocko auch die letzte Runde gewann. - Teamstand 4:7
66 kg A (Freistil): Heiko Gensicke - Axel Frommhold 2:3 (PS): Heiko Gensicke war dem ersten Sieg gegen seinen Dauerrivalen Axel Frommhold so nah wie noch nie. In den Runden eins und zwei setzte er die Vorgaben von Trainer Jochen Schwarzer perfekt um und gewann 1:0 und 4:0. Danach ließ er sich jedoch wieder zu sehr den Stil des Auers aufzwingen und verlor noch mit 2:3. - Teamstand zur Pause 9:10 Kämpfe nach der Pause: 84 kg B (Klassisch): Holger Hähnel - Falk Scheibe 0:3 (PS): Gegen Falk Scheibe fehlte Holger Hähnel die Spritzigkeit, um zum Erfolg zu kommen. In Runde eins war Scheibe mit einer Rolle erfolgreich, in Durchgang zwei entschied die höhere Aktivität und die dritte Runde gab Hähnel mit zwei Einserwertungen ab. - Teamstand 9:13
74 kg A (Freistil): Ralph Piterek - Stefan Fernyak 3:0 (PS): Überhaupt keinen Zweifel ließ Ralph Piterek aufkommen, dass er gegen den 33-jährigen Slowaken Stefan Fernyak den Gesamtsieg für den RVT sicherstellen will. Fernyak, der immerhin Achter bei den Olympischen Spielen in Sydney war, hatte in keiner Sekunde eine echte Chance zu punkten. Mit blitzsauberen Beinattacken gewann "Ralle" alle drei Runden klar. - Teamstand 19:15 74 kg B (Klassisch): Petr Bielesz - Tony Selle 3:0 (PS): Im Abschlussduell kaufte Petr Bielesz dem aus Leipzig stammenden Tony Selle am Boden den Schneid ab. Die Rollen des Tschechen waren erneut technische Leckerbissen, für die es von den Rängen viel Applaus gab. - Endstand 22:15 Den ersten Heimsieg für den Ringerverein Thalheim feierten Fans und Mannschaft unter anderem mit einer La-Ola-Welle, wie man sie bereits nach Erfolgen in der 2. Bundesliga zu sehen bekam. Gleich am Dienstag müssen die Ringer wieder ran, denn dann steht der letzte Vorrundenkampf in Frankfurt (Oder) an. Die "Englische Woche" mit drei Kämpfen innerhalb von sieben Tagen endet dann am kommenden Sonnabend (4.11.), wenn Thalheim den amtierenden Deutschen Meister 1. Luckenwalder SC im Sportlerheim empfängt. HHä, 29.10.2006. Bilder: www.racepixx.de |