Mit
einem Unentschieden im Gepäck fuhren die Erstligaringer des RV Thalheim am
Dienstag aus Frankfurt (Oder) nach Hause. Die 15:15-Punkteteilung gegen die
Kampfgemeinschaft aus dem RSV Hansa 90 Frankfurt und dem PSV Eisenhüttenstadt
stellt jedoch ein vorläufiges Ergebnis dar, denn die Begegnung bis 66 kg
(Klassisch) muss nachgeholt werden. Ursache ist der Einsatz des KG-Athleten
Sebastian Möser bei der Militär-WM in der aserbaidschanischen Hauptstadt
Baku. Sein Duell mit dem Thalheimer Tobias Löffler wird wahrscheinlich am
17.11. ausgetragen.
Zu verkraften hatten die Erzgebirger die verletzungs- bzw. berufsbedingten
Ausfälle von Heiko Gensicke (66 kg) und Thomas Berger (60 kg), so dass das
Ergebnis überaus positiv bewertet werden muss. "Wir haben hier unter
diesen Bedingungen das Optimale herausgeholt", kommentierte Olaf Brandt
(66 kg, Freistil), der zudem den privat verhinderten RVT-Coach Jochen
Schwarzer vertrat.
Der Start verlief jedoch zunächst optimal für die Gastgeber, denn nach
drei Duellen lag Thalheim mit 0:9 zurück. Dabei machte der Kampfrichter
Eberhard Probst (Halle) bereits im Auftaktduell keine gute Figur, als er
Frankfurts Martin Weihs (55 kg) gegen Patrick Baumann als Aktiveren einstufte
und ihm den entscheidenden Vorteil verschaffte. Das Limit bis 120 kg wurde im
Anschluss zur klaren Angelegenheit für Ronald Kraft. André Montag musste den
Gewichtsnachteilen Tribut zollen, konnte aber in Runde drei mit einer
Energieleistung eine 0:4-Niederlage verhindern. Ebenso erging es Kevin
Mehlhorn (60 kg), der gegen den amtierenden Deutschen Meister Florian Crusius
nur eine Punktniederlage zuließ.
Die Stunde des Aleksandr Sommer schlug beim Duell gegen Michael Völkel (96
kg). Dass er konditionell wieder auf der Höhe ist, bewies der 25-jährige
Thalheimer mit viel Kampfgeist und stellte einen hauchdünnen Sieg nach fünf
kräftezehrenden Runden her. Nachdem Olaf Brandt (66 kg) zum ersten Mal in
dieser Saison seine Freistil-Künste gegen Sebastian Nowak demonstriert hatte,
lagen die Hausherren zur Pause mit 11:6 in Front. In Runde eins lag der
Frankfurter zweimal kurz auf den Schultern, doch der Unparteiische pfiff nicht
ab. So blieb ein klares 3:0 fürs Konto des RVT.
6:14 hieß es nach der Punktniederlage von Holger Hähnel (84 kg,
Klassisch) gegen Andreas Schulze aus Thalheimer Sicht. Die Aufholjagd der
Gäste startete im zweiten Kampf nach der Pause. Norman Schönwälder (84 kg,
Freistil) ging ab Runde zwei voll in die Offensive und bezwang Marcel Redmann
3:1. Hochkonzentriert holte sich danach Ralph Piterek (74 kg, Freistil) ein
3:0 gegen den unbequemen Martin Eiseler. Die meisten Leckerbissen auf der
Matte bot im Abschlussduell jedoch Petr Bielesz gegen den bis zu diesem
Zeitpunkt noch ungeschlagenen Fabian Jänicke. Wie er den amtierenden Dritten
der Deutschen Meisterschaften in dieser Gewichtsklasse sowohl im Stand als
auch im Boden beherrschte, war eine Augenweide.
Nun heißt es also warten bis zum Nachholkampf zwischen dem starken
Sebastian Möser und Thalheims Nachwuchsathleten Tobias Löffler, der die
Entscheidung in dieser Bundesligabegegnung herbeiführen wird.