1. Bundesliga 2006/07 - Berichte von den Kämpfen des RVT

1. Kampftag der Relegation, 9.12.2006: RSV Rotation Greiz - RV Thalheim

Rückschlag in der Relegation

Im "Tollhaus" Greiz verliert Thalheim mit 18:22

Einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt musste der RV Thalheim im Relegationskampf beim RSV Rotation Greiz hinnehmen. Vor über 300 Zuschauern wurde die kleine Greizer Jahnturnhalle zu einem echten Hexenkessel, aus dem die Hausherren als 22:18-Sieger hervorgingen.

Sechs Athleten mit internationaler Erfahrung brachten die thüringischen Vogtländer auf die Matte. Mit nur drei deutschen Kämpfern erfüllten sie gerade die Minimal-Norm, die der Deutsche Ringer-Bund den Vereinen für die kommende Saison auferlegen möchte. "Das war sportlich das Beste, was Greiz im Kader aufzubieten hat", musste RVT-Trainer Jochen Schwarzer die Stärke des Zweitligisten anerkennen.

Eng wurde es in der kleinen Greizer Jahnturnhalle, denn die Fans drängten sich dicht an dicht, um den Vergleich der beiden Traditionsvereine mitzuerleben. Stand man ein paar Reihen weiter hinten, musste man schon eine Bank oder gar eine Bierzeltgarnitur finden, von der aus man stehend einen Blick auf die Matte erhaschen konnte.

Die Kämpfe im Einzelnen, 1. Halbzeit:

55 kg (Freistil): Iwelin Iwanov - Patrick Baumann 3:0 (PS): Trotz seiner Knieverletzung stellte sich Patrick Baumann auch im freien Stil dem Kampf, was hoch angerechnet werden muss. Gegen den Bulgaren Iwelin Iwanov hätte ein fitter Patrick Baumann sicher die eine oder andere Runde gewinnen können. So ginge es im Dienst der Mannschaft um Schadensbegrenzung, was der Thalheimer beim 0:3 auch erreichte - Gesamtstand in der Mannschaftswertung 3:0

120 kg (Klassisch): Przemyslaw Maczak - André Montag 0:3 (PS): Die konzentrierteste Leistung auf Seiten des RVT zeigte diesmal André Montag im Superschwergewicht. Den amtierenden Zehnten der Junioren-EM Przemyslaw Maczak (Polen) bezwang er mit energischen Bodentechniken 3:0. Nach den vielen Wochen mit Grippebeschwerden präsentierte sich "Moni" damit wieder in sehr guter Form. - Teamstand 3:3

60 kg (Klassisch): Petr Klikos - Thomas Berger 3:2 (PS): Mit insgesamt 27 Wertungspunkten war das Duell bis 60 Kilogramm gespickt. Hier unterlag Thomas Berger dem starken Tschechen Petr Klikos nach fünf Runden, obwohl er in der Summe drei Zähler mehr gemacht hatte. In Runde eins und zwei trumpfte zunächst der Prager mächtig auf, doch dann brach er ein, so dass "Bergsi" mit schönen Aktionen die Durchgänge drei und vier mit 6:2 und 8:1 gewann. Leider reichte es nicht ganz, denn in der letzten Runde kam Klikos noch einmal zurück und gewann Sekunden vor Schluss durch eine Bodenrolle. "Ich komme einfach noch nicht hundert Prozent mit der angeordneten Bodenlage zurecht", ärgerte sich der Thalheimer über die knappe Niederlage. - Teamstand 6:5

96 kg (Freistil): Matthias Jentsch - Aleksandr Sommer 3:1 (PS): Die alte "Hallenser Schule" von Routinier Matthias Jentsch machte Aleks Sommer mächtig zu schaffen. Zwar lag der Thalheimer zweimal in Front, doch Jentsch machte den Rückstand jeweils mit viel Cleverness wett. Wie es gehen kann, zeigte Sommer jedoch in Runde zwei, als er seinen Kontrahenten zweimal auskonterte. - Teamstand 9:6

66 kg A (Freistil): Vladimir Gotisan - Heiko Gensicke 3:0 (PS): Dem moldawischen Vizeeuropameister der Junioren unterlag Heiko Gensicke im letzten Kampf vor der Pause glatt mit 3:0 Runden. - Teamstand zur Pause 12:6

Kämpfe nach der Pause:

84 kg B (Klassisch): Stefan Lippke - Holger Hähnel 2:3 (PS): Der Kampfgeist der Gastgeber war nun endgültig geweckt, denn sie hatten ihre Siegchance an diesem Abend mehr als gewittert. Entsprechend selbstbewusst ging im Mittelgewicht der junge Stefan Lippke zu Werke, so dass RVT-Athlet Holger Hähnel nach drei Runden mit 1:2 hinten lag. Petr Bielesz, der an diesem Abend ohne Gegner blieb, mahnte den 26-Jährigen in der Pause zu Durchgang vier zu mehr Cleverness, was dieser auch beherzigte und am Ende noch 3:2 gewann. - Teamstand 14:9

66 kg B (Klassisch): Lukas Niewiadomski - Olaf Brandt 3:2 (PS): Ebenso eng, aber mit besserem Ausgang für den RSV, ging es bei Olaf Brandt zu. In Durchgang fünf gewann der polnische Meister Niewiadomski durch eine Bodenrolle - dennoch eine starke Leistung von Olaf. - Teamstand 17:11

84 kg A (Freistil): Falk Schlehahn - Norman Schönwälder 2:3 (PS): Wollten die Thalheimer noch eine Siegchance haben, hätte nun ein klarer Erfolg von Norman Schönwälder her gemusst. Sein Gegenüber Falk Schlehahn (geborener Diener) war der einzige Athlet auf beiden Seiten, der schon beim letzten Aufeinandertreffen der Vereine vor zehn Jahren auf der Matte stand. In den Runden eins und zwei brachte der Greizer Mattenfuchs den Thalheimer an den Rand der Verzweiflung, denn zweimal konnte er den Vorsprung von Schönwälder egalisieren. Am Ende kam die bessere Physis dem RVT-Ringer zugute, doch das 3:2 verringerte den Vorsprung der Thüringer nur minimal. - Teamstand 19:14

74 kg A (Freistil): Evgeni Valentir - Ralph Piterek 3:0 (PS): Gegen den in dieser Saison erst einmal geschlagenen Evgeni Valentir erwischte Ralph Piterek einen guten Start und beförderte seinen Gegner dreimal mit Beinangriffen aus dem Mattenrund. Doch das reichte nicht, denn Valentir wusste stets eine Antwort. "Ich habe immer wieder nach Angriffsmöglichkeiten gesucht, aber er reagierte wie eine Katze", musste sich Ralph Piterek schließlich der Schnelligkeit und dem überragenden Bewegungsgefühl des Bulgaren geschlagen geben. - Teamstand 22:14

74 kg B (Klassisch): Greiz unbesetzt - Petr Bielesz 0:4 (kampflos): Gekämpft wurde im klassischen Stil des Weltergewichts nicht mehr, denn hier konnte des RSV keinen Gegner für Petr Bielesz aufbieten. - Endstand 22:18

HHä, 10.12.2006.