1. Bundesliga 2008/09- Berichte von den Kämpfen des RVT

1. Kampftag 13.09.2008: RV Thalheim - KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt

Positive Überraschungen reichen nicht zum Sieg

RVT unterliegt nach gutem Start 14:21 gegen KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt

Das neue BUNDESLIGA-Logo - [Klick zum Vergrößern!]Thalheim. Ihren Auftakt in der neuen Bundesligasaison verloren die Ringer des RV Thalheim am Sonnabend mit 14:21 gegen die Kampfgemeinschaft Frankfurt/Eisenhüttenstadt. Vor prächtiger Zuschauerkulisse legten die Hausherren im Sportlerheim in den ersten fünf Duellen einen sensationell guten Start hin und blieben dem Favoriten bis zum Pausenstand von 8:9 stets dicht auf den Fersen.

David Vala gegen Ronald Kraft [KLICK zum Vergrößern!]Es lief zunächst also alles nach dem Plan von Trainer Heiko Krauß. Ein taktisch glänzend eingestellter Patrick Baumann (55 kg, Freistil) fertigte Benjamin Meier glatt in drei Runden ab, ehe Neuzugang David Vala mit dem gleichen Ergebnis die Euphorie auf einen möglichen Sieg gegen die starken Brandenburger weiter anheizte. Der Vizeeuropameister des letzten Jahres trickste die deutsche Schwergewichtshoffnung Ronald Kraft nach allen Regeln der Ringerkunst im Bodenkampf aus. "Die Atmosphäre in Thalheim ist wirklich toll, das hat mich begeistert und richtig motiviert", meinte der blonde Modellathlet aus Prag.

Auch dem zweiten Neuzugang Oliver Runge (60 kg) schien es sichtlich Spaß im Erzgebirge zu machen. Als er unter lautem Jubel den Junioren-Vizemeister Christoph Bast abfangen konnte und wenig später diesen Durchgang gewann, heizte der 18-Jährige selbst die Fans an. Nur ganz knapp verfehlte Runge beim 2:3 am Ende einen Sieg.

Routinier Rüdiger Möhring (96 kg, Freistil), der für den verletzten André Montag einsprang, ärgerte sich über eine "verschenkte" Runde gegen Tony Zeschke. Nach seiner 1:0-Führung im dritten Durchgang wollte "Möhre" zu viel und verlor damit das Duell. Fast genauso erging es Tobias Löffler (66 kg, Freistil), der gegen Sebastian Nowak den Sieg der zweiten Runde um ein Haar verfehlte.

Pechvogel des Abends: Waldemar Streib
Waldemar Streib setzt zu einer Bodentechnik gegen Andreas Schulze an.

Der für die Thalheimer tragische Knackpunkt der Begegnung lag aber im ersten Kampf nach der Pause. Zwei Trainingspartner traten hier bis 84 Kilogramm (Klassisch) gegeneinander an: für Thalheim Waldemar Streib und für die Gäste der Deutsche A-Jugendmeister von 2003, Andreas Schulze. Beide absolvieren ihre Übungseinheiten oft gemeinsam in Torgelow, doch diesmal sah man es dem RVT-Neuzugang an, dass er es nicht bei einem lockeren Trainingskampf belassen wollte. Nach einem Rückstand schaffte Streib eine energische Bodenrolle, bei der er seinen Gegner in der gefährlichen Lage festhalten konnte und nicht mehr herausließ. Der Unparteiische Eberhard Probst klopfte wenig später ab - das sollte den Schultersieg bedeuten. Doch ausgerechnet ein technisches Problem erwies sich als kampfentscheidend: Die Wettkampfzeit war eine Weile nicht weitergelaufen und nun stritt man sich, ob der Schultersieg noch in der Runde zustande kam oder nicht. Eberhard Probst, der als einziger Kampfrichter die deutschen Farben bei den Olympischen Spielen in Peking vertreten hatte, entschied auf einen Punktsieg der Runde und widerrief damit den Schultersieg. Die Fans machten ihrem Unmut Luft und die Hoffnungen auf einen Erfolg gegen die Oderstädter schwanden, denn letztendlich gewann der favorisierte Schulze dieses Duell mit 3:1.

Kevin Mehlhorn rollt seinen Frankfurter Stützpunkttrainer [KLICK zum Vergrößern!]Mit diesem Rückschlag mental umzugehen, fiel dem Gastgeber sichtbar schwer, auch wenn unter den Augen von Landrat Frank Vogel noch einmal alle Kräfte mobilisiert wurden. Kevin Mehlhorn versuchte alles gegen Sebastian Möser, der seit wenigen Wochen sein neuer Trainer an der Sportschule in Frankfurt (Oder) ist. Einmal gelang ihm sogar eine Rolle, doch der acht Jahre ältere Griechisch-Römisch-Fuchs konnte erneut am jungen Thalheimer vorbeiziehen.

Ein bisschen wie verhext schien es, als nach Waldemar Streib auch Aleksandr Sommer (84 kg, Freistil) seinen Kontrahenten Marcel Redmann in der ersten Runde nahe dem Schultersieg hatte, der Frankfurter jedoch vom Zeitsignal gerettet wurde. So wurde es ein Punktsieg für Sommer, der für das Mittelgewicht mehrere Kilogramm abgekocht hatte.

Vor den abschließenden Weltergewichtsduellen lag die KG von der Oder mit 15:12 in Führung. Diese baute der Freistil-Experte Martin Eiseler mit einem Punkterfolg gegen Dominic Förster um weitere drei Zähler aus.

Petr Bielesz unterlag knapp Marcus Thätner - [KLICK zum Vergrößern!] Hochklassig wie im Vorjahr ging es zum Abschluss zwischen Petr Bielesz und Olympiastarter Marcus Thätner (74 kg, Klassisch) zu. Diesmal hatte der Frankfurter nach einer erneuten Top-Leistung von Bielesz knapp mit 3:2 die Nase vorn, was den 21:14-Endstand für die Gäste herstellte.

Rechnet man den möglichen Schultersieg von Waldemar Streib ein, hätten die Frankfurter auch dann noch einen hauchdünnen Vorsprung von einem Zähler in der Betroffenheit beim Trainer - [KLICK zum Vergrößern!] Endabrechnung. "Diese Niederlage ist ärgerlich. Mit dem Schultersieg und der einen oder anderen knappen Runde zu unseren Gunsten wäre ein Unentschieden oder sogar ein Sieg drin gewesen. Der Zusammenhalt im Team war heute von Anfang an super, da bringen sich auch die Neuzugänge toll mit ein. Das gibt Hoffnung für die schweren kommenden Kämpfe", kommentierte Heiko Krauß den Bundesligaauftakt.

 

weitere Bilder (Klicken zum Vergrößern):

Oliver Runges erster Punktkampf für den RVT [KLICK zum Vergrößern!] "Ersatzmann" Ruediger Moehring gegen Tony Zeschke - [KLICK zum Vergrößern!] Tobias Löffler gegen Sebastian Nowak - [KLICK zum Vergrößern!]
Waldemar Streibs "beinahe" Schultersieg - [KLICK zum Vergrößern!] Aleks Sommer - [KLICK zum Vergrößern!] Dominic Förster - [KLICK zum Vergrößern!]

Holger Hähnel, 14.9.2008. Fotos: Silke Schneider.