1. Bundesliga 2008/09- Berichte von den Kämpfen des RVT

2. Kampftag 20.09.2008: AC Lichtenfels - RV Thalheim

Mit Joker zu Punkten für das "Unternehmen Klassenerhalt"

Mitgereiste Fans bejubeln 20:19-Erfolg des RV Thalheim beim AC Lichtenfels

Das neue BUNDESLIGA-Logo - [Klick zum Vergrößern!]Lichtenfels. Am Ende lagen sich alle Thalheimer in den Armen. In der AC-Halle Lichtenfels, dem "Wohnzimmer", der oberfränkischen Kreisstadt, siegte der Ringerverein Thalheim am Sonnabend in einem unglaublich spannenden Kampfverlauf gegen den gastgebenden AC Lichtenfels mit 20:19. Dicht an dicht saßen, standen und drängten sich 600 Fans und so mancher hätte hier kaum einen Blick aufs Thermometer in den oberen Reihen der Bühne riskieren wollen. Auch die Fans aus dem Erzgebirge waren präsent und peitschten ihr Team lauthals zum ersten Sieg der Saison nach vorn. "Wahnsinn, heute hat alles gestimmt", jubelte Trainer Heiko Krauß, dem nach dem Pech aus der Vorwoche wohl ein großer Stein vom Herzen fiel. Auf dem Weg zum Saisonziel Klassenhalt haben die Thalheimer damit den ersten Schritt getan.

Mit dieser Kopfrolle holt Patrick Baumann sich zwei Punkte. [KLICK zum Vergrößern!]
Mit dieser Kopfrolle holt Patrick Baumann sich zwei Punkte. (KLICK zum Vergrößern!)

Den Biss in jeder Bewegung des Kampfes merkte man schon Patrick Baumann (55 kg) an, als er dem Slowaken Jaroslav Stoklas gehörig die Stirn bot und eine ganz wichtige Runde gegen den 13. der Junioren-EM gewann. Erstmals kein Halten in der Lautstärke der Thalheimer Fans gab es beim Kampf der Superschweren Mirian Giorgadze (Lichtenfels) und David Vala. Als Vala in Runde drei den 120 Kilogramm schweren Georgier mit einer Kopfrolle düpierte, konnte man den Glauben an einen Sieg auf Thalheimer Seite förmlich spüren.

Oliver Runge zieht eine Rolle [KLICK zum Vergrößern!]Große Leistungen boten auf Seiten des RVT vor allem die Jüngsten. Der 18-jährige Oliver Runge (60 kg) demontierte mit seinen Rumreißern und Bodenrollen förmlich den ehemaligen Fünften der Kadetten-EM Marian Stoica (Rumänien). Eine Schulterniederlage musste Rüdiger "Opa Möhre" Möhring in Runde zwei des Duells bis 96 Kilogramm gegen Steffen Hartan einstecken. Hartan hatte im ersten Durchgang bereits mit einem Fünf-Punkt-Wurf seine Klasse unter Beweis gestellt.

Olaf Brandt hatte gut Lachen. [KLICK zum Vergrößern!]Im letzten Duell vor der Pause (66 kg, Freistil) stach der Trumpf, den Heiko Krauß für diese Begegnung aus dem Ärmel zog. Olaf Brandt, der mit seinen 37 Jahren schon mehrfach die Ringerschuhe an den Nagel hängen wollte, zeigte der internationalen Konkurrenz in Form des Aserbaidschaners Lernik Vanjan, wie blitzschnelles Freistilringen funktioniert. Ausgepumpt aber glücklich über den Triumph freute sich "Joker" Olaf Brandt mit seinem Team. "Ein bisschen überrascht haben die Lichtenfelser schon geschaut, als ich auf der Waage stand. Da ist Heikos Strategie voll aufgegangen", so der fünffache Deutsche Meister und Olympiateilnehmer von 1992.

Kevin Mehlhorn hielt im Boden super gegen und gab keine Wertung ab [KLICK zum Vergrößern!]Beim 11:8-Halbzeitstand waren die mitgereisten Thalheimer Fans bereits aus dem Häuschen. "Ich glaube, wir haben trotz unserer Unterzahl den Lichtenfelsenern auch in Punkto Lautstärke mächtig Paroli geboten", fieberte der langjährige Ringkampffan Michael Thriemer begeistert mit. Die Schlussphase der Erstligabegegnung war nichts für schwache Nerven. Der unerwartet klaren Niederlage von Waldemar Streib gegen den aus dem Weltergewicht aufgerückten Tobias Schütz folgte eine Glanzleistung des 17-jährigen Thalheimers Kevin Mehlhorn, der den ehemaligen Deutschen Jugendmeister Erik Kamm in der Manier eines "alten Hasen" nach energischen Bodenaktionen mit 4:1 Mannschaftspunkten überlegen abfertigte.

Aleksandr Sommer wird attackiert. [KLICK zum Vergrößern!]Der Ausgang der Mattenkrimis lag nun zunächst in den Händen von Aleksandr Sommer (84 kg, Freistil), der gegen Florian Dörfler allerdings einen viel zu lockeren Start hinlegte. "Das darf ihm eigentlich nicht passieren, hier muss er von Anfang an konzentriert sein", ärgerte sich Heiko Krauß etwas über die ersten beiden Runden seines Schützlings. Doch Sommer holte sich unter lauten Anfeuerungen noch den wichtigen dritten Durchgang.

Petr Bielesz zeiht eine Rolle. [KLICK zum Vergrößern!]Im vorletzten Kampf war auch Dominic Förster (74 kg) beim Teamstand von 16:15 aus Thalheimer Sicht als gelernter Klassiker gegen den internationalen Spitzenfreistiler Serghei Shishkov wie elektrisiert von der Stimmung und der Hoffnung auf den möglichen Sieg. Jedesmal, wenn der Favorit katzenartig angriff, schaffte es der Thalheimer, nur eine Einserwertung abzugeben. Ganz knapp stand Förster davor, die Niederlage nach technischer Überlegenheit zu verhindern. Zum Abschluss band Petr Bielesz (74 kg, Klassisch), der "Mister Zuverlässig" in den Reihen des RVT, gegen Christian Fuchs den Sack zu. Mit einem Schultersieg in der zweiten Runde stellte der Komotauer den 20:19-Endstand her.

weitere Bilder (Klicken zum Vergrößern):

David Vala gegen Mirian Giorgadze [KLICK zum Vergrößern!] Dominic Förster bei der Abwehr - [KLICK zum Vergrößern!] Petr Bielesz zieht eine Rolle - [KLICK zum Vergrößern!]

Holger Hähnel, 21.9.2008.