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Nachrückerrolle des SV Luftfahrt wankt
1. Bundesliga eventuell nur mit neun Teams
Thalheim. Nach dem Rückzug des SC Anger aus der 1. Ringer-Bundesliga ist noch unklar, ob die Staffel Ost der höchsten deutschen Klasse am 14. August mit neun oder zehn Mannschaften startet. Der RV Thalheim beginnt dann bereits seine fünfte Saison im "Oberhaus" der Zweikämpfer. Zuerst müssen die Schützlinge zum starken Aufsteiger nach Nürnberg.
Potenzieller Nachrücker für die Südbayern, die am Montag ihren Rückzug offiziell verkündet hatten, wäre der SV Luftfahrt Berlin. Der Vizemeister der 2. Bundesliga Ost hatte bereits Anfang des Jahres einen Antrag auf Eingliederung in die 1. Bundesliga gestellt. Mittlerweile wehren sich allerdings mit dem SV Siegfried Hallbergmoos und dem SV Wacker Burghausen zwei Vereine in offiziellen Stellungnahmen gegen das Auffüllen durch die Hauptstädter, so dass die Staffel möglicherweise nur aus neun Teams bestehen wird. Beim RV Thalheim hätte man nichts gegen ein Nachrücken einzuwenden. "Spannende Vergleiche mit dem SV Luftfahrt gab es in der Vergangenheit schon viele", so RVT-Vorstand André Schmidt. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings beim DRB-Vizepräsidenten Karl Rothmer.
Holger Hähnel, 31.03.2010.
Bericht vom 18. Kampftag am
27.12.2009: RV Thalheim - AC Lichtenfels
RVT
verliert und
gewinnt trotzdem
1.
Bundesliga: Erzgebirger schaffen trotz Heimniederlage Klassenerhalt
Trotz
der 17:23-Niederlage gegen den AC Lichtenfels herrschte im Thalheimer
Lager großer Jubel. Da der ASV Hof die mit dem RVT punktgleiche
Wettkampfgemeinschaft Frankfurt/Eisenhüttenstadt gleichzeitig bezwang,
steht am Ende Platz 8 und damit der sichere Klassenerhalt zu Buche. Die
Brandenburger müssen als Neunter in die Relegation.
"Verloren und
doch gewonnen", resümierte ein sichtlich erleichterter Thalheimer
Trainer Heiko Krauß. Er hatte auf die beiden jeweils an der Schulter
verletzten Polen Krzysztof Bienkowski und Kamil Skaskiewicz, die im
Sportlerheim ihren Teamkameraden die Daumen drückten, verzichten müssen.
Zudem gingen die Routiniers Olaf Brandt und Thomas Berger geschwächt auf
die Matte. "Es war damit klar, dass es ein sehr enger Kampf werden würde",
so der 36-jährige Krauß. Für die Thalheimer gewannen Erik Weiß, Petr
Bielesz, David Vala und Radoslaw Dublinowski.
Zu
Beginn hielt Patrick Baumann (55 kg) im proppevollen Sportlerheim zwar gut
gegen, doch am Ende war der Rumäne Marian Stoica technisch überlegen.
Gut lief es für Radek Dublinowski, der den mit 118 Kilogramm wahrhaft
"Superschweren" Mirian Giorgadze aufgrund seiner unnachahmlichen
Schnelligkeit und technischen Stärke mit 3:1 in die Knie zwang. Nun war
es an Thomas Berger (60 kg), noch einen drauf zu legen. Runde eins ließ
die Hoffnungen der RVT-Fans aufkeimen, denn "Bergsi" fegte den
Bulgaren Valentin Peev mit 7:0 nach Armdrehschwüngen und Bodenrollen
förmlich von der Matte. Danach merkte man dem Brandmeister aus
Luckenwalde jedoch an, dass er erst eine Woche zuvor eine Grippe
überstanden hatte. Den Freistil- und Abwehrkünsten des Lichtenfelsers
konnte Berger immer weniger entgegensetzen und gab die restlichen drei
Runden deutlich ab.
Vor
der Pause kamen die Hausherren dennoch mit 11:8 in Führung. David Vala
(96 kg) beherrschte den aggressiv ringenden Steffen Hartan in Stand und
Boden, ehe Erik Weiß den ehemaligen Zella-Mehliser Thomas Brösicke 4:0
klar in die Schranken wies.
Die
taktischen Umstellungen des RVT im Mittelgewicht gingen nach der Halbzeit
nicht auf. Zum einen musste Waldemar Streib dem Lichtenfelser
Publikumsliebling Sergei Siscov im ungewohnten Freistil klar den Vortritt
lassen. Für Holger Hähnel (Klassisch) lief es gegen Tobias Schütz nicht
besser. Nach einem 0:8 in Durchgang eins fand der 29-Jährige nicht mehr
in den Kampf.
Gänzlich
unzufrieden sah man Olaf Brandt (66 kg, Freistil) nach seiner
1:3-Niederlage gegen den jungen Simon Pilzweger. Vor allem mit den
Entscheidungen des Kampfrichters Martin Franke wollte der 38-jährige
Routinier nicht einverstanden sein. Dennoch muss man vor allem dem
Lichtenfelser ein hohes Maß an Cleverness im Duell mit dem "alten
Hasen" Brandt bescheinigen.
Zum
Abschluss wurde es noch einmal eng. Petr Bielesz (74 kg, Klassisch)
brachte die Gastgeber nach seinem Überlegenheitserfolg gegen den
ehemaligen Deutschen Juniorenmeister Toni Stade auf Schlagdistanz. Der
Zwischenstand von 16:19 und die Tatsache, dass Dennis Mehlhorn (74 kg,
Freistil) im letzten Kampf des Abends die erste Runde gegen Christian
Maier gewann, näherten sogar Hoffnungen auf ein Unentschieden. Doch das
Gewichtmachen über Weihnachten setzte dem Thalheimer offenbar zu sehr zu.
In den folgenden Runden schwanden die "Körner" von Mehlhorn
zusehends. Maier holte sich gar noch eine 4:1-Überlegenheit und dem
fränkischen Team damit den 23:17-Endstand.

Die Teams von Lichtenfels und Thalheim nach dem
Kampf.
Nach
der erlösenden Nachricht vom Erfolg des ASV Hof gegen die KG
Frankfurt/Eisenhüttenstadt feierten beide Teams noch gemeinsam den
Klassenerhalt.
Bericht
auf ut08.de: Klick!
Protokoll:
pdf
Autoren: Matthias Heinke (Freie
Presse), Holger Hähnel. Fotos: Silke Schneider
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