| Brandt und Brandmeister punkten Bericht über das Abschneiden des Ringer-Verbands Sachsen bei den DM 2003 der Männer, KR Pizzabäcker aus Aue avanciert zum Publikumsliebling in Tuttlingen Für Olaf Brandt war es ein Turnier ganz nach seinem Geschmack. Seine offensiv-aggressive Kampfweise wurde vom Publikum in der Tuttlinger Maingauhalle mit Euphoriebekundungen belohnt. Bis ins Halbfinale kämpfte sich der Pizzabäcker aus Aue gegen drei ganz starke Kontrahenten, die er förmlich demoralisierte. Beispielhaft für diese Siegesserie war das Duell mit Martin Kittner vom AV Germania Markneukirchen. Olaf ging von Anfang an vorwärts, gewann zur Pause den Zwiegriff und punktete fortan bis zum Schultersieg. Ein etwas provokantes T-Shirt trug der 60-kg-Athlet an allen drei Tagen. Der Schriftzug: "Olaf Brandt, mehrfacher Deutscher Meister - zu versteigern an einen krisensicheren Bundesligaverein" zierte sein Äußeres. Auch die Jubelposen Brandts ließen ihn in der württembergischen Kreisstadt zum Publikumsliebling avancieren. Bis ins Halbfinale hatte sich in der gleichen Gewichtsklasse auch Thomas Berger vom Ringerverein Thalheim vorgekämpft. Genüsslich kündigte am Samstagabend der Tuttlinger Hallensprecher das Duell zwischen den zwei Erzgebirgern an: "Olaf Brandt trifft auf Thomas Berger. Letzterer ist Brandmeister bei der Bundeswehr." Zu seinem Meister wollte Olaf den Thalheimer allerdings nicht werden lassen. Auch hier funktionierte die Angriffsstrategie und der Mann vom FC Erzgebirge Aue holte sich innerhalb kurzer Zeit den Überlegenheitserfolg. In der Begegnung um Rang drei unterlag Berger äußerst knapp dem aus Lugau stammenden Uwe Petersen, der schon seit Jahren für Berchtesgaden ringt, und wurde Vierter. Mit dem mehrfachen Deutschen Meister Jurij Kohl bekam es hingegen Olaf Brandt im Spitzenduell um den Deutschen Meistertitel zu tun. Wieder hieß die Strategie: Angriff ist die beste Verteidigung. Erneut wollte Olaf sein Gegenüber mit physischen Mittel in die Knie zwingen. Der Nationalkader aus Köllerbach hielt jedoch gegen und rollte den Erzgebirger am Boden. Zum Schluss gab's mit 5:1 einen Punktsieg für den Saarländer und Brandt musste nach zwei gewonnen Deutschen Meisterschaften in Tuttlingen seine erste Niederlage in der Maingauhalle hinnehmen. Fünfte Plätze holten für den RVS die beiden Markneukirchner Dennis Nowka (55 kg) und Martin Kittner (60 kg). Nowka unterlag im Pool Dariusz Porwol vom gastgebenden ASV Tuttlingen. Mit Daniel Franke (Zschopau) brachten die Sachsen einen weiteren Kämpfer in diesem Limit unter die ersten Zehn. Der Zweitligaringer wurde nach einer deutlichen Niederlage gegen den späteren Vizemeister Sergiy Skripka (Nordrhein-Westfalen) und einem Sieg gegen Kerim Ferchichi (Nordbaden) Achter. Neunte Plätze erzielten die Thalheimer Dominic Förster (66 kg) und Mirko Schmidt (Superschwergewicht). Trotz dieses keineswegs überragenden Abschneidens der sächsischen Ringer bei diesem Turnier, das allerdings auch dem Fehlen einiger Medaillenkandidaten wie Ramazan Aydin (Aue, 66 kg) und Andreas Aurich (Markneukirchen, 84 kg) geschuldet war, kam der RVS auf den fünften Rang in der Länderwertung und blieb damit vor allen anderen ostdeutschen Verbänden sowie beispielsweise auch vor Bayern. Großer Gewinner war der Erstligist KSV Köllerbach, der vier der sieben Meistertrophäen einheimste. Holger Hähnel, 26.3.03
Ergebnislisten:
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