Für den Ringerverein Thalheim stand 2004 ganz im Zeichen des 100-jährigen
Jubiläums. Es war aber auch ein Jahr der Erfolge - vor allem, was die
Einzelturniere im Nachwuchs- und im Männerbereich angeht. Hinzu kam noch der
sehr gute zweite Platz der ersten Männermannschaft in der 2. Bundesliga Ost.
Der Ringerverein startete ausgezeichnet ins Jahr 2004, denn im Januar wurde
man zu den Bezirksmeisterschaften der Männer in Auerbach bester Verein. Auch
die Turniere im Nachwuchsbereich brachten hervorragende Ergebnisse. Neun
Sachsenmeistertitel - so viele wie schon lange nicht mehr - erkämpften die
Kinder und Jugendlichen des RVT bis ins Frühjahr hinein. Einer von ihnen
schaffte es sogar auf das Treppchen bei den Deutschen Meisterschaften: Tobias
Löffler gewann Anfang März im südbadischen Hofstetten Silber im klassischen
Stil der Jugend B. Es war die erste nationale Medaille für den Thalheimer
Nachwuchs seit 1998.
Auch die Männer standen diesem Erfolg in nichts nach. Der in Luckenwalde
lebende Thomas Berger, der seit dem Jahr 2000 für die Erzgebirger ringt,
gewann bei den Deutschen Klassiker-Meisterschaften in Lahr
(Baden-Württemberg) die Bronzemedaille bis 55 kg.
Viele Monate Arbeit investierten die Mitglieder des Ringervereins in die
Vorbereitung der Festwoche "100 Jahre Ringen in Thalheim". Die vier
Tage am Himmelfahrtswochenende wurden schließlich ein voller Erfolg. An allen
Abenden war das Festzelt an der Stollberger Straße prächtig gefüllt.
Ehemalige Thalheimer Athleten aus ganz Deutschland kamen, gratulierten und
feierten gemeinsam. Großen Anklang fanden auch die umfangreiche historische
Ausstellung zur Thalheimer Ringkampfgeschichte, die über einen Monat lang
geöffnet war, sowie das Buch "Vom Athletenclub zum Ringerverein
Thalheim". Beide wurden vom Ringerverein und dem Heimatkundlichen Verein
in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden erstellt.
Nicht nur die Festwoche zum Jubiläum gab im abgelaufenen Jahr Anlass zum
Feiern. Auch runde Geburtstage wie beispielsweise die der Ehrenmitglieder Kurt
Stöckel (85 Jahre) und Horst Wagner (60 Jahre) konnte man begehen. Im Sommer
stand gar eine Hochzeit an. Silvio Krauß, der schon viele Kämpfe für die
erste und zweite Thalheimer Mannschaft bestritt, gab im Juli seiner Silke das
Ja-Wort.
Mit
der Jubiläums-Euphorie ging es für die Thalheimer Männermannschaften in die
Saison in 2. Bundesliga und Oberliga. In der Hinrunde musste die
"Erste" nur die gegnerischen Siege des späteren Aufsteigers aus
Frankfurt und des FC Erzgebirge Aue anerkennen. Doch mit dem Bronzeplatz zur
Halbzeit gaben sich sowohl die Mannschaft als auch Trainer Jochen Schwarzer
nicht zufrieden. Als ganz große Leistung muss man den Rückrundenerfolg über
Aue einschätzen, mit dem sich die Zwönitztaler sogar noch auf den zweiten
Tabellenplatz vorkämpften. Mitten in die Bundesligasaison fiel die traurige
Nachricht vom Tod des mehrfachen DDR-Meisters Werner Rosowski. Erst im Mai war
der 70-Jährige zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt worden und war noch bei
Heimkämpfen des RVT im August und September zu Gast gewesen.
Die zweite Mannschaft erreichte ihr Saisonziel nicht ganz und kam etwas
unglücklich auf Rang vier in der Oberliga Sachsen. Sie war und ist stets ein
Team, in dem vor allem die Nachwuchssportler ihr Können zeigen und sich für
Aufgaben in der ersten Mannschaft anbieten sollen.
Zum Jahreswechsel blicken die Erzgebirger auch ein Stück weit nach vorn.
Schon am zweiten Januarwochenende stehen in Darmstadt womöglich wichtige
Entscheidungen über die Zukunft der Ringer-Bundesligen an. Dort findet am
8.1. die Tagung der Bundesligavereine statt. Erwartet werden auch Vorschläge
zur Umstrukturierung der Staffeln, zu den neuen internationalen
Wettkampfregeln und zur Selbstbeschränkung der Ausländerzahl pro Team. Ob
sich auf diesem Feld überhaupt etwas ändert, um so möglicherweise das hohe
Leistungsgefälle zwischen erster und zweiter Bundesliga zu verringern, ist
jedoch noch ungewiss. Schon eine Woche später wollen die Thalheimer bei den
Bezirksmeisterschaften der Männer in Zschopau und den Sachsenmeisterschaften
der Jugend A und B in Werdau angreifen, um sich so für die Mitteldeutschen
und die Deutschen Meisterschaften zu empfehlen.