Zweite wird zum Favoritenschreck

RV Thalheim zieht Saisonfazit – Lange Verletztenliste kostet Medaille in der 2. Bundesliga

Thalheim. Zu Beginn des neuen Jahres blickt so mancher Sportverein zurück auf die Geschehnisse des abgelaufenen Jahres. Der Ringerverein Thalheim hatte nach dem erfolgreichen Jubiläumsjahr 2004 erneut Grund zu jubeln.

Zwar war 2005 keine Medaille bei Deutschen Meisterschaften dabei, doch in der Breite ist die Erfolgsbilanz der Zweikämpfer aus der Drei-Tannen-Stadt beeindruckend. Widergespiegelt hat sich dies ganz besonders in der zweiten Mannschaft des RVT, die in der Oberliga Sachsen für Furore sorgte. Aufgestiegen zum Favoritenschreck verlor das Team nach dem 17. September keinen einzigen Kampf mehr und landete nach dem 18. Kampftag auf einem sensationellen zweiten Rang.

Vorbild „Möhre“

Rüdiger Möhring beim Schultersieg über Julien Kreißig (Aue). - [KLICK zum Vergrößern!]Nicht ohne Grund nominierten die Vereinsverantwortlichen diesmal diese zweite Vertretung für die Wahl zur „Mannschaft des Jahres“ im Kreis Stollberg. In ihr sollen Nachwuchsathleten wie Tobias Löffler (60 kg) oder Ronny Meier (66 kg) zu Aspiranten auf die Bundesligaplätze reifen. Beide hatten in der zu Ende gegangenen Saison bereits die Chance, in der höheren Klasse ihr Können unter Beweis zu stellen. "Es macht einfach riesen Spaß, dieser jungen Truppe zuzusehen", jubelte auch RVT-Vize Ralf Faulhaber über die Siegesserie des Teams, für das er nur ungern die Bezeichnung "Bundesliga-Reserve" verwendet. Fünf oder sechs "J", welche die Kämpfer unter 18 Jahren kennzeichnen, stehen regelmäßig im Protokoll von Thalheim II. Nur Mattenoldie Rüdiger Möhring fällt mit seinen 48 Lenzen da etwas aus dem Rahmen. Der Veteranen-Vizeweltmeister des Jahres 2000 hat für seine weniger als halb so alten Mannschaftskameraden eine Art Vorbildcharakter. Alle 14 Kämpfe bestritt der zweifache Großvater in dieser Saison und holte satte 50:4 Punkte für die Mannschaft, wobei als einziger der Gelenauer Scheithauer gegen „Möhre“ gewinnen konnte.

Mit Verletzten an Medaille vorbei

Volles Haus gab's bei den Derbys wie hier in Gelenau. - [KLICK zum Vergrößern!]Das Bundesligateam der Zwönitztaler hatte zwischen August und Dezember nicht nur mit den Gegnern, sondern auch mit einer langen Verletztenliste zu kämpfen. Aus der ursprünglichen Zielstellung, einer Medaillenplatzierung in der 2. Bundesliga Ost, wurde darum nichts, auch wenn man die späteren Zweiten und Dritten, Leipzig und Aue, jeweils in der Rückrunde schlagen konnte. Die Höhepunkte der Saison, die der RVT nach dreimal Silber in den letzten Jahren auf Rang vier beschloss, waren einmal mehr die Lokalderbys. Gegen Erzgebirge Aue und den RSK Gelenau kamen jeweils knapp 600 Zuschauer in den „Hexenkessel“ Sportlerheim und trieben ihren Verein zum Erfolg.

Neue gut integriert

Als Glückgriff erwiesen sich die beiden Neuverpflichtungen Aleksandr Sommer (84 kg, von Luftfahrt Berlin) und Patrick Baumann (55 kg, vom RV Lugau). Beide wurden in der Saison immer stärker und integrierten sich super in die Mannschaft um Trainer Jochen Schwarzer. „In den Derbys ist bei Patrick der Knoten geplatzt“, freute sich der Coach besonders über den Ex-Eichenkranz-Athleten, dessen Trainingsarbeit in Thalheim sichtbare Früchte trug.

Piterek beim Grand Prix

Ralph Piterek wird Dritter beim Grand Prix von Deutschland. - [KLICK zum Vergrößern!]Von den zahlreichen Einzelturnieren 2005 fuhren die Thalheimer ebenfalls nicht ohne Medaillen nach Hause. 45 Plaketten bei Bezirks- und Sachsenmeisterschaften, davon 12 goldene, vier Mitteldeutsche Meistertitel sowie zweimal Rang vier bei den Deutschen Meisterschaften stehen in der Bilanz des letzten Jahres. Als Höhepunkt ist sicher der dritte Rang von Ralph Piterek beim mit internationalen Spitzenringern besetzten Großen Preis von Deutschland Anfang Juli einzustufen. Platz zwei für Kevin Mehlhorn beim hoch dotierten Römer-Cup in Mannheim und der dritte Platz von Tobias Löffler zum internationalen Deutschland-Cup in Frankfurt (Oder) spiegelten zudem die hervorragende Nachwuchsarbeit wider.

In den kommenden Wochen wird man sich in Thalheim sportlich auf die anstehenden Einzelmeisterschaften konzentrieren. Gleich an diesem Wochenende haben die Drei-Tannen-Städter ein „Heimspiel“ auf diesem Gebiet, denn am Sonnabend werden die Landesmeisterschaften der Jugend C und Junioren (Klassischer Stil) im Sportlerheim ausgetragen.

Holger Hähnel, 19.1.06