Auerbach vor Bundesliga-Rückzug?

Abschiedsmeldung dementiert - Entscheidung soll erst nächste Woche fallen

Auerbach. Nimmt die WKG Auerbach/Chemnitz auch künftig ihr Startrecht in der Ringer-Bundesliga wahr oder nicht? Die Gerüchteküche brodelt schon lange, und gestern widersprachen sich die Meldungen. Zunächst hieß es, die Mannschaft würde sich laut einer Information an den Bundesliga-Referenten des Verbandes, Martin Daßler, zurückziehen, dann wurde dieser Fakt von Vertretern des Vereins wieder dementiert. Zwar bestätigte der Vorsitzende Heiko Höfer, dass bislang noch nicht für die kommende Serie gemeldet wurde. Doch falle die endgültige Entscheidung erst Ende nächster Woche auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.

Als Gründe für den möglichen Rückzug wurden vor allem finanzielle Schwierigkeiten genannt. Zahlreiche Sponsoren hätten ihr weiteres Engagement vom Erreichen der Playoffs abhängig gemacht, welche die WKG als Fünfter knapp verpasst hatte. "Das ist absoluter Quatsch. Kein Geldgeber hat seine Zusage von diesem Faktor abhängig gemacht", kommentierte Vorstandsmitglied Sylvio Kern. Ihm zufolge hätten die Play-offs für den Verein aufgrund der hohen Kosten ohnehin ein Verlust-Geschäft dargestellt. Dabei bestätigte er finanzielle Probleme, die im ersten Jahr durch überraschende Erfolge überstrahlt worden wären, im Laufe dieser holprigen Saison allerdings zum Vorschein kamen. Ein Beleg waren die sinkenden Zuschauerzahlen.

In einer offiziellen Meldung an Daßler hätte Höfer vor drei Tagen angekündigt, die Meldefrist bis zum 15. Februar weiter ausschöpfen zu wollen. Es gelte, alle Möglichkeiten auszuloten. Über eine mögliche Kampfgemeinschaft mit dem RV Thalheim habe man bereits in der vergangenen Woche erstmals verhandelt. Diese Beziehung, die sich auf den Jugend- und den Männerbereich bis zur Regionalliga beschränken soll, hat aber ohnehin keine Auswirkung auf die Bundesliga, die in der neuen Serie in vier regionale Gruppen mit jeweils sechs Mannschaften aufgeteilt wird. Auerbach und Thalheim werden dort nicht gemeinsam antreten.

Der Rückzug der WKG Auerbach/Chemnitz würde dann dem RV Thalheim das Tor zum Aufstieg in die höchste deutsche Klasse öffnen. Die Erzgebirger wären auf Platz vier der abgelaufenen Zweitligasaison der erste Nachrücker. Vereinsvorsitzender André Schmidt bestätigte gestern, dass seine Mannschaft diese unverhoffte Chance ohne Zweifel nutzen würde. Andererseits haben die Thalheimer keine Wahl. Bei einem Aufstiegsverzicht würden sie mit dem Zwangsabstieg in die Regionalliga bestraft.

Mit der neuen Struktur der Bundesliga in vier Staffeln, hält Schmidt das Abenteuer jedoch für durchaus machbar. "Wir haben immer für diese Strukturreform gekämpft, da wäre es inkonsequent, den Aufstieg abzulehnen", bestätigte er. Als zweiter Verein der Region kämpft ab kommende Saison der FC Erzgebirge Aue in der Bundesliga.

Aus: Freie Presse (Andreas Bauer, Matthias Behrend und Jörg Richter) - 24.1.06