Für
Sachsens Schüler geht es in dieser Woche endlich in die lang ersehnten
Ferien. Beim Ringerverein Thalheim dürfte sich einer diese Ferien
besonders verdient haben. Kevin Mehlhorn, großes Nachwuchstalent aus der
Drei-Tannen-Stadt, nahm vergangene Woche an einem Trainingslager der
Junioren-Nationalmannschaft in Frankfurt (Oder) teil. Dort wurde in
direkter Vorbereitung auf die Kadetten-Europameisterschaften (23. bis 27.
Juli in Istanbul) von Mittwoch bis Montag täglich bis zu elf Stunden
trainiert. "Vor dem Frühstück mussten wir halb sieben erstmal einen
10-km-Lauf absolvieren", erzählt Mehlhorn von den harten Tagen an
der Oder. Im Laufe des Tages gab es dann noch vier Trainingseinheiten auf
der Matte. Entsprechend ausgepowert war Kevin dann auch, als ihn Wolfgang
Quente, sein Trainer an der Chemnitzer Sportschule, am Montag aus
Frankfurt abholte.
Für Kevin Mehlhorn ist es natürlich bereits eine Auszeichnung, zu
einem solchen Trainingslager eingeladen worden zu sein. Mit seinen
Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften machte er den
Nachwuchs-Bundestrainer und dreifachen Weltmeister Maik Bullmann auf sich
aufmerksam. Anfang April war Kevin dort mit viel Pech nur Fünfter
geworden, hatte jedoch den späteren Meister Frank Stäbler (Musberg)
besiegt.
Eben jener Frank Stäbler, den Kevin bei den Deutschen bezwungen hatte,
fährt nun auch zur EM. "Natürlich bin ich enttäuscht, aber
nächstes Jahr ringe ich ja noch mal in der A-Jugend", ärgerte sich
der 15-Jährige, doch sein Ehrgeiz scheint ungebrochen. Die Nominierung
für die EM in der Türkei hatte der Bundestrainer bereits zu Beginn des
Trainingslagers bekannt gegeben - ein "Ausringen" um die
Fahrkarte gab es also nicht mehr. Trotz seiner Niederlage gegen Mehlhorn
vor drei Monaten erhielt Stäbler den Vorzug. Für den Bundestrainer gaben
der Altersunterschied und die Tatsache, dass der Württemberger bereits an
einer EM teilgenommen hat, den Ausschlag.
Offiziell ist Kevin nun Ersatzmann für die EM. Für die kommenden
Jahre kann man beim RV Thalheim also darauf hoffen, eines der großen
Nachwuchstalente auf internationaler Bühne zu sehen. Doch bis dahin
gibt's für Kevin Mehlhorn erst einmal das, worauf sich auch alle anderen
Schüler freuen: Ferien.