Thalheim. Wenn in drei Wochen die Osterfeiertage mit den dazugehörigen Ferien anstehen,
lassen es die meisten Schüler etwas ruhiger angehen. Für Kevin Mehlhon vom Ringerverein
Thalheim gilt dies allerdings nicht, denn für ihn heißt es auch zu Ostern: Trainieren,
trainieren und nochmals trainieren. Der 16-Jährige wechselte zum Oktober des letzten Jahres an die
Sportschule Frankfurt (Oder), wo er sich momentan auf die Deutschen Meisterschaften der
Jugend A (klassischer Ringkampf) vom 13. bis 15. April vorbereitet.
Und das ist kein leichtes Brot. Unter der Woche wird zweimal täglich trainiert. Die
Belastung durch die Schule kommt natürlich noch dazu. "Ich wollte es so und jetzt beiße
ich mich da auch durch", klingt bei Kevin Mehlhorn ein starker Wille mit, dass er mit dem
Wechsel an eine der besten Ringer-Schulen Deutschlands sportlich einen großen Sprung
nach vorn machen möchte. Wenn in Frankfurt auch noch am Wochenende ein Trainingslager
ansteht, wie beispielsweise am vergangenen Sonnabend und Sonntag, als die polnische
Nationalmannschaft an der Oder gastierte, addiert sich die Zahl der Einheiten auch
schnell einmal auf 13 oder 14 pro Woche.
Zur Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften gehörte ein hochkarätiges
internationales Turnier in Moskau, zu dem eine kleine Frankfurter Delegation in der
zweiten Februarwoche flog. Aus der Altersklasse der Kadetten war hier die Crème de la
Crème der osteuropäischen und zum Teil asiatischen Ringer versammelt. "Unsere Sportler
sollten einmal die raue internationale Luft schnuppern", erzählt Kevins
Stützpunkttrainer Heinz Thiel. Das Niveau bei diesem Wettkampf wird sogar höher
eingeschätzt als das einer Europameisterschaft und so war der erste Sieg gegen einen
russischen Athleten in Moskau bereits ein riesiger Erfolg für Kevin Mehlhorn. In seiner
Gewichtsklasse (60 kg) hatten sich 36 Sportler in die Listen eingetragen. Der zweite
Kampf ging gegen den späteren Dritten verloren. "Da muss ich noch an meiner Abwehr
arbeiten", gab sich Kevin etwas selbstkritisch.
An der Sportschule Frankfurt hat Kevin Mehlhorn seit Oktober auch einige Freunde
gefunden. Sein Plauener Kumpel Werner Schellenberg aus der Chemnitzer Sportschule ist
ebenfalls mit an die Oder gewechselt, so dass es an den Wochenenden ohne Trainingslager
nicht langweilig werden muss - schließlich kommt der aus Auerbach stammende
Nachwuchsringer nur circa alle vier Wochen nach Hause.
Für die Zukunft hat sich Mehlhorn viel vorgenommen. "Der Sprung in die
Nationalmannschaft ist das ausgewiesene Ziel. Wenn er weiter gesund und so ehrgeizig
bleibt, hat er da gute Chancen", blickt Stützpunkttrainer Heinz Thiel zuversichtlich auf
die anstehenden Aufgaben.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt auch am kommenden Wochenende nicht, denn Kevin Mehlhorn
wird an den offenen polnischen Kadettenmeisterschaften in Kostrzyn (Küstrin) teilnehmen.
"Das ist das letzte große Turnier von den Deutschen Meisterschaften, da weiß dann
jeder, wo er steht", verlangt Heinz Thiel von seinen Sportlern vollen Einsatz. So ganz
ohne Osterfreuden wird der Thalheimer in drei Wochen allerdings nicht auskommen müssen.
"Wir machen das Training über die Feiertage natürlich etwas lockerer und haben auch an
ein paar Überraschungen gedacht", verspricht der Frankfurter Trainer.