| Mehr Risiko durch neue Vergabe der Teampunkte
Regelwerk: Passivität wird bestraft, Anreiz für mehr Aktionen geschaffen
Wenn die neue Ringkampfsaison an diesem Sonnabend beginnt, werden sich die
Fans auch auf leicht modifizierte Richtlinien einstellen müssen. An den Regeln und der Punktwertung im Kampf selbst hat sich nichts geändert, doch
die Vergabe der Mannschaftspunkte soll nun für mehr Attraktivität und weniger
Taktieren auf den Matten sorgen.
Wie seit 2005 gewohnt besteht ein Kampf aus maximal fünf Runden zu je
zwei Minuten. Wer als erstes drei Runden für sich entschieden hat (oder einen
Schultersieg erreicht hat), gewinnt den Kampf. Reines Passivringen soll nun
dadurch bestraft werden, dass ein Kampf lediglich mit 1:0 in die Teamwertung
eingeht, wenn der Siegringer seine drei Runden ausschließlich durch die Zusatzpunkte in der 30-sekündigen Bodenlage (griechisch-römischer Stil) oder
dem "Clinch" (freier Stil) erzielt und sonst keine technische Wertung erkämpft hat. Im vergangenen Jahr noch war es möglich, dass ein solcher Kampf
der Mannschaft des Siegringers mit 3:0 zu Gute kam. "Der Deutsche Ringer-Bund
hat damit sicher ein Manko aus dem letzten Jahr behoben, als sich manche Ringer im Griechisch-Römischen lediglich auf ihre Stärke in der Bodenabwehr
verließen", hält der Thalheimer Vereinschef André Schmidt die Neuerung für
berechtigt.
Mehr Aktionen und mehr Risikobereitschaft sollen auch dadurch zustande kommen,
dass die Technische Überlegenheit eines Ringers nun wesentlich leichter erreicht werden kann. Diese geht immerhin mit vier Punkten in die
Mannschaftswertung ein - ein besonderer Anreiz also. Ein Kämpfer muss nicht
mehr die ersten drei Runden vorzeitig durch Abbruch (z.B. 6:0-Führung) gewinnen, wie das bislang der Fall war. Bei drei gewonnenen Runden reicht
bereits eine Punktdifferenz von insgesamt 11 Zählern für die Technische Überlegenheit. Auch bei dem Verlust von einer oder zwei Runden kann man noch
Überlegenheitssieger nach diesen Kriterien werden. In die Teamwertung geht
der Vergleich dann mit 4:1 oder 4:2 ein (statt bisher 3:1 oder 3:2).
Externer Link: DRB-Mitteilung
zu Regeln bei Mannschaftskämpfen
Holger Hähnel,
29.8.2007
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