| Olympische Spiele in
Peking
Mirko Englich gewinnt Silber
Ergebnisse:
Griechisch-Römisch
/ Freistil
/ Frauen Weitere Links: DRB-Seite - Offizielle Seite der Spiele - DOSB-Seite Bereits abgeschriebener Halbschwergewichtler kämpft sich in die Weltspitze Mirko Englich entschied sich nach den Weltmeisterschaften im Herbst 2007 in das Leistungszentrum Frankfurt/O. zu wechseln, um sich unter Trainer Jörn Levermann auf die Sporthöhepunkte des olympischen Jahres vorzubereiten. "Damals setzte keiner mehr einen Pfifferling auf mich. Vor allem nach der Europameisterschaft des Vorjahres und den Welttitelkämpfen in Baku 2007 war ich wohl bei nahezu allen unten durch", erzählte Englich vom schweren Neustart an der Oder. Doch Trainer Jörn Levermann schaffte das Unfassbare: "Ich habe Mirko Englich nicht immer wieder seine Schwächen vor Augen gehalten, sondern seine Stärken!" Beruflich begann Englich eine sportgeförderte Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann in Eisenhüttenstadt, die in dieser Art einmalig in Deutschland ist und auch die Mannschaft im Leistungszentrum Frankfurt/O. tat ein Übriges, um beim Wittener wieder alte Tugenden zu wecken. Bei den deutschen Titelkämpfen im März noch in der Kritik des Bundestrainers Maik Bullmann, eroberte Englich nur einen Monat später mit einer hervorragenden Kampfleistung den Vize-Europameistertitel. Ende Mai dann beim 2. Olympia-Qualifikationsturnier in Novi Sad (Serbien) sicherte sich Mirko Englich das Ticket nach Peking. "Ich muss zugeben, dass auch ich mich in Mirko getäuscht habe, mit dieser Leistung hat er sich zurück in die Weltspitze katapultiert", musste Bundestrainer Maik Bullmann schon bei der
Europameisterschaft in Tampere seine Meinung über den Halbschwergewichtler relativieren. Bericht vom Mittwoch: Peking (dpa) - Mit Dummheit eine mögliche olympische Bronzemedaille verspielt: Mit dieser Realität muss Ringer Konstantin Schneider zukünftig leben. Weil er sich in der Hoffnungsrunde des 74-kg-Limits im griechisch-römischen Stil gegen den Franzosen Christophe Guenot gleich drei Verwarnungen einhandelte, was zu Punkten für seinen Gegner führte, verlor er den Kampf mit 0:2 (1:2, 1:2) und schied aus. «Mit so schwachsinnigen Aktionen hat er alles verspielt», schimpfte Bundestrainer Maik Bullmann. Auch der nach nur einem Kampf gescheiterte Marcus Thätner bekam vom Coach sein Fett weg, da er sich nicht an Absprachen gehalten hatte.Für ein Novum sorgten die französischen Brüder Steeve und Christophe Guenots. Sie gewannen innerhalb von 60 Minuten zwei Medaillen. Steeve wurde Olympiasieger in der Klasse bis 66 kg, Christophe holte Bronze im 74-kg-Limit. Den Olympiasieg in dieser Klasse machte der favorisierte Georgier Manucar Kwirkelja perfekt.Schneider verschwand nach der überflüssigen Niederlage wortlos in der Kabine. Dafür wetterte Bullmann wie ein Rohrspatz. Zweimal musste Guenot in die Bankstellung, vermeintlich ein Vorteil für den Köllerbacher. Doch er täuschte verbotenerweise mehrmals nur einen Griff an, um ihn dann nicht auszuführen. Dafür handelte er sich Verwarnungen ein. «Der Mattenleiter hat völlig korrekt gehandelt. Ich habe noch gerufen: `Mach keine Spielchen`, aber er macht es trotzdem. So kann man nicht kämpfen, wenn es um eine Medaille geht», tobte der Coach, der zuvor mit der Leistung seines Schützlings zufrieden war.Schneider hatte den Algerier Messaoud Zeghdane sicher beherrscht, gegen Kwirkelja erwartungsgemäß aber keine Chance, obwohl er ihn bei der WM vor einem Jahr noch bezwungen hatte. «Der war eine Nummer zu groß», hatte Bullmann Schneider keinen Vorwurf gemacht.Von Thätner war Bullmann bitter enttäuscht. «Was seine eigentlichen Stärken sind, waren heute seine Schwächen», meinte der Coach. Besonders das Defensivverhalten wurde von Bullmann kritisiert. «Sich zweimal so einfach überrollen zu lassen, kennt man von ihm nicht. Und nach dem Rückstand hat er taktisch falsch gekämpft, konnte so nicht die entscheidenden Punkte aufholen», resümierte der Bundestrainer den Kampf gegen Darchan Bayachmetow aus Kasachstan, der im Halbfinale scheiterte. Thätner wollte die Kritik nicht gelten lassen. «Ich kann keine großen Techniken anwenden. Meine Stärken sind die Rollen. Und dazu kam es heute leider nicht», meinte der Olympia-Debütant aus Frankfurt (Oder). |