Oberliga Sachsen 2005 - Berichte von den Kämpfen der anderen Teams

8. Kampftag, 8.10.2005: RV Eichenkranz Lugau - FC Erzgebirge Aue II

RV Eichenkranz Lugau - FC Erzgebirge Aue II 22:16

Tschechische RVE-Ringer für den Rest der Saison gesperrt

Am vorletzten Hinrundenkampftag der Oberliga Sachsen schlugen die Eichenkränze die zweite Mannschaft des FC Erzgebirge Aue knapp mit 22:16 Punkten. Die Entscheidung in diesem Duell zweier mit ausschließlich deutschen Sportlern besetzten Teams fiel dabei erst im letzten Kampf des Abends, als der Widergenesene Andreas Füseler umjubelter Schultersieger über Andreas Puschmann wurde. 

Unter der Woche erhielten die Eichenkränze die Hiobsbotschaft des Deutschen Ringer-Bundes, wonach ihre vier tschechischen Sportler für den Rest der Saison gesperrt seien. Was war passiert? Alle vier gingen für ihren Heimatverein in einem Mannschaftskampf auf die Matte. Dies ist während der laufenden Mannschaftssaison in Deutschland gemäß den DRB-Bestimmungen aber nicht zulässig, was eine sofortige Sperre nach sich zieht. Die Lugauer müssen also die noch ausstehenden Kämpfe mit eigenen Sportlern austragen. Dennoch besteht das Ziel Aufstieg weiter, kann man doch auf ein Vier-Punkte-Polster bauen und die meisten Kämpfe zu Hause bestreiten.

55 kg FR: Kirk Reimer - Marc Heinze
So souverän wie in den bisherigen Kämpfen ging Kirk in seinen Kampf. Er wollte richtig vorlegen und den Grundstein für den Mannschaftserfolg legen. Die beiden ersten Runden gewann er auch durch technische Überlegenheit jeweils vorzeitig. In Runde drei legte Kirk seinen Gegner dann sogar noch auf Ast und holte die wohl wichtigsten seiner bisherigen Punkte. (4:0 für Lugau)

120 kg GR: Michael Gruner - Julien Kreißig
Eine Bewährungschance in der 1. Mannschaft erhielt Micha. Sicher war es von Vorteil, dass er einem ebenfalls jugendlichen Sportler gegenüberstand. Und Micha packte gleich die erste sich bietende Gelegenheit, sein Können zu zeigen. Mit dem vielleicht schönsten Wurf des Abends legte er den Auer schon in Runde eins auf Ast - für Micha ein sehr erfolgreicher Kampftag nach seinem vorherigen Sieg in der Jugendmannschaft. (8:0 für Lugau)

60 kg GR: Jan Nagel - Christian Portleroi
Den Vorsprung wollte Jan in seinem Kampf weiter ausbauen, denn es standen noch schwere Vergleiche an. Die Runde eins holte sich der Lugauer auch durch technische Überlegenheit vorzeitig. Der zweite Teil lief für Jan nicht mehr so optimal, der Auer konnte gegenhalten und seinerseits mit 4:3 gewinnen. Mit diesem Runden 1:1 wurden die Karten neu gemischt. Im dritten Aufeinandertreffen wurde Jan vom jungen Gast auf dem falschen Fuß erwischt und auf Ast gelegt. Kopfschüttelnd verließ ein tief enttäuschter und fassungsloser Jan die Matte; jubeln konnten nur die Gäste. (8:4 für Lugau)

96 kg FR: Ralf Hamann - Christian von Bieberstein
Neben der Jugend durften auch die "Alten" mal wieder ran. Glücklicherweise brauchte der Eichenkranz - Vorstand an diesem so wichtigen Kampfabend nicht arbeiten und stand dem Team so zur Verfügung. Dass Ralf das Ringen noch nicht verlernt hat, bewies er bei seinem kurzrundigen Erfolg. Gleich in Runde eins zog er einen Kopfhüftwurf durch und gewann auf Schultern. (12:4 für Lugau)

66 kg A FR: Jan Landgraf - Markus Löffler
Bei den 66ern vollzogen die Lugauer einen taktischen Wechsel. Martin Richter sollte im Griechisch - Römischen antreten, die Freistil - Klasse wurde durch Jan Landgraf besetzt. Wie Kirk Reimer und Micha Gruner hat auch Jan schon einen Kampf in der Jugend bestritten und gewonnen. Die wahre Bewährung stand ihm jetzt aber erst bevor. Gegen das Auer Urgestein Löffler sollte er möglichst wenig Punkte abgeben, ein Sieg wäre wohl eher eine Illusion gewesen. Sah es nach Runde eins für Jan beim 0:6 nicht gut aus, konnte er in Durchgang zwei selbst punkten und unterlag nur mit 2:3. Auch in der dritten Runde setzte Jan die taktische Marschrichtung von Trainer Jan Peprny konsequent um, gestattete dem routinierten Löffler nur ein einziges Pünktchen, und das in dessen Lieblingsstilart. Jan hat diesen Kampf aus Sicht der Mannschaftswertung nicht mit 0:3 verloren, sondern dem Gegner einen wichtigen Punkt weggenommen und konnte so die Matte erhobenen Hauptes verlassen. Die anschließenden Glückwünsche der Kameraden sollten ihm Auftrieb für anstehende Aufgaben verleihen. (12:7 für Lugau)

84 kg B GR: Jens Blachut - Tony Selle
Seine universelle Einsetzbarkeit stellte Blache wieder einmal unter Beweis. Nach mehreren Freistilerfolgen ging er im Klassischen Stil auf die Matte. Sein Gegner kann auf Bundesligaerfahrung zurückgreifen - keine leichte Aufgabe für Jens. Beide führten diesen Kampf am Limit. Nach drei Runden hieß der klare Sieger Jens Blachut. Auch hier hatten sich die Gäste sicher mehr ausgerechnet, doch wollten alle Eichenkränze beweisen, dass sie die Auer wie im Vorjahr (damals mit 18:17) auch ohne Ausländerunterstützung schlagen können. (15:7 für Lugau)

66 kg B GR: Martin Richter - Dominic Gerber
Die Umstellung vom Freien auf den Klassischen Stil schien Martin keine Probleme zu bereiten, im Gegenteil, sie tat ihm sichtbar gut. Die erste Runde holte er sich überlegen mit 9 : 2 Punkten. Auch im zweiten Teil bestimmte Martin das Geschehen auf der Matte und gewann 6 : 1. Dann brach er aber völlig unerwartet ein und konnte seine Linie nicht weiter verfolgen. Mit dreimal 0:1 verlor er nicht nur die noch ausstehenden Runden, sondern auch mit 2:3 den Kampf. Die Gäste kamen aber nur einen Punkt näher an die Eichenkränze heran, kein wirklicher Erfolg. (17:10 für Lugau)

84 kg A FR: André Bernhardt - Andre Normann
Sonst nur in der zweiten Reihe stehend konnte Andre nun beweisen, was in ihm steckt. Und gegen den starken Freistiler Normann bestritt Andre einen beherzten Kampf. Er ließ jeweils nur einen Gegnerpunkt je Runde zu und konnte beim 0:3 den Gästen einen weiteren wohl geplanten Zähler stibitzen. (17:13 für Lugau)

74 kg A FR: Rico Schreiter - André Neumann
Im vorletzten Kampf konnte bei einem klaren Sieg für Rico schon die Entscheidung fallen. Dementsprechend motiviert und konzentriert ging Rico in den Kampf und holte sich gegen den starken Neumann auch mit 6:5 die Runde eins. Während der Kampfminuten drei und vier verletzte sich Rico leider am Knie und konnte von da an nur nach auf Schadenbegrenzung ringen. Diese Runde gab er mit 0:3 ab. Die Durchgänge drei und vier verlor er zwar technisch, der gesamte Kampf endete aber nur mit 1:3 aus Lugauer Sicht. Um ausgleichen zu können, hätte der Auer schon auf Schultern gewinnen müssen. So war die kämpferische Leistung von Rico entscheidend - die Eichenkränze behielten mit 18:16 die Nase vorn.

74 kg B GR: Andreas Füseler - Andreas Puschmann
Der Kampf der Namensvetter musste also über Sieg und Niederlage entscheiden. Den besseren Start hatte dabei der FCE- Ringer, der die erste Runde knapp mit 2:0 gewann. Doch unser Haudegen schlug eiskalt zurück. Im zweiten Durchgang zog Andreas einen seiner gefürchteten Kopfhüftschwünge, und ehe der Unparteiische den Zusatzpunkt für fünf Sekunden Festhalte in der gefährlichen Lage anzählen konnte, musste er auf Schultersieg erkennen. Der Schraubstock von Andreas Füseler war Garant für die letzten Punkte zum 22:16-Endstand.

Mit diesem vor allen moralisch wichtigen Erfolg können die Eichenkränze ihre Tabellenführung klar behaupten, haben nach dem Ausrutscher von Weißwasser gegen Leipzig nun vier Zähler Vorsprung. Zum Finale der Hinrunde müssen die Eichenkränze am 15.10.2005 beim RV Thalheim zum mit Spannung erwarteten Kreisderby antreten. Dieser Vergleich findet als Vorkampf zur 2. Bundesliga zwischen Thalheim und Zella-Mehlis statt beginnt um 17.30 Uhr.

Quelle: Webseite Eichenkranz Lugau (Thomas Wolf), 9.10.05