Bericht 17. Kampftag: RV Thalheim – AC 1897 Werdau (13.12.25)
Letzte Ausfahrt zur Medaille verpasst
Mit 10:14 haben die Regionalliga-Ringer des RV Thalheim zuhause gegen einen starken AC Werdau verloren. Damit steht Rang vier als Endplatzierung fest. Eine Runde vor Saisonende ist auch der Titelkampf entschieden. Thalheim II hingegen darf nach einem 36:0 gegen die Werdauer Reserve noch auf die Bronzemedaille hoffen.
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THALHEIM – Es steht fest: Die Ringer des RV Thalheim werden die Regionalliga-Saison 2025 ohne Medaille abschließen. Wie im Vorjahr belegen die Erzgebirger am Ende Platz vier in der Abschlusstabelle – daran kann auch der letzte noch ausstehende Kampf in Artern nichts mehr ändern.
Eine kleine Enttäuschung? Trainer Steffen Richter klang hinterher gefasst. „Angesichts der Vorstellung heute ist die Platzierung gerechtfertigt“, konstatierte er. Gegen den AC Werdau hätten seine Athleten mit mindestens drei Zählern Unterschied gewinnen müssen, um zumindest eine theoretische Chance auf das Podest zu wahren. Doch sie schafften es nicht, unterlagen den Westsachsen zuhause mit 10:14 – den Hinkampf hatten sie mit 13:16 verloren.
Auch Leon Kolbe war um eine realistische Einschätzung bemüht. „Angesichts der Konkurrenzsituation ist der vierte Platz sicherlich okay“, sagte der frühere Luckenwalder, der wie üblich als Letzter seines Teams auf die Matte musste und trotz aller Bemühungen gegen den äußerst stabilen Ansgar Reinke wenig ausrichten konnte. Eine bessere Platzierung habe man schon früher in der Saison verschenkt, so Kolbe. Besonders die beiden Niederlagen gegen den Mitkonkurrenten aus Pausa hätten empfindlich weh getan.
Gegen Werdau ging es für die Gastgeber schon schlecht los. Ausgerechnet der erfahrene Daniel Franke ließ sich vom jungen Ismail Saidov nach einer 4:1-Führung noch die Butter vom Brot nehmen. „Das war aus meiner Sicht auch gleich der Schlüsselkampf“, sagte Gästetrainer Jürgen Klimke, der mit diesem Sieg nicht unbedingt gerechnet hatte. In der Folge bauten die Werdauer ihre Führung aus: So war Steve Brylla gegen Konstantin Valassis ebenso chancenlos wie Radoslaw Dublinowski im Superschwergewicht gegen Ilja Matuhin. Der Dauerbrenner des RVT war eigentlich für die zweite Mannschaft vorgesehen und kam nur deswegen zum Einsatz, weil Dominik Klann bei der Anreise mit seinem Auto liegengeblieben war.
Nachdem auch noch Felix Franke ein enges Duell gegen Michal Novak abgab, stand zur Pause ein 4:8 zu Buche – die vier Zähler hatten die Thalheimer nur auf dem Konto, weil die Gäste die Gewichtsklasse bis 98 Kilo offen lassen mussten. Doch wie schon in der Vorwoche gegen Gelenau blieb die große Aufholjagd der Gastgeber im zweiten Durchgang aus – dafür standen die Werdauer einfach zu stabil. Einzig der wieder ins Team zurückgekehrte Michal Zelenka sorgte mit seinem furiosen 18:0 im 80-Kilo-Limit (klassisch) über Sean Knauerhase kurzzeitig für Euphorie unter den Thalheimer Fans. Ansonsten lief wenig zusammen. Neben Kolbe ging diesmal auch Igor Szucki, sonst Punktegarant, als Verlierer von der Matte, ebenso wie der bei der anschließenden Weihnachtsfeier von den Fans zum „Ringer des Jahres“ gewählte Finn Kühn. Und beim Polen Dominik Jagusz (75 kg/Freistil) fühlte sich Steffen Richter im schlechten Sinn an die Vorwoche erinnert, als dessen diesmal fehlendem Landsmann Mateusz Luszczynski im zweiten Durchgang die Puste ausgegangen war. So schlimm war es diesmal nicht ganz – Jagusz rettete immerhin zwei Zähler. Aber eben nur zwei. „Es hätten vier sein können“, ärgerte sich der Coach über die konditionelle Schwäche seines Athleten. „Nach der Pause hat er das Ringen quasi eingestellt. Das ist mir unbegreiflich bei Sportlern wie ihm, die jeden Tag zweimal trainieren.“
Später am Abend, als die Ergebnisse der anderen Begegnungen feststanden, mischte sich auch bei den siegreichen Werdauern noch Wasser in den Wein. Denn weil Kellerkind Germania Potsdam dem vorherigen Zweiten Pausa überraschend ein Remis abtrotzte, sind die Vogtländer eine Runde vor Schluss raus aus dem Titelrennen. Und damit auch der AC, denn dieser kann den zum Abschluss kampffreien RSK Gelenau wegen des verlorenen direkten Vergleiches nicht mehr von der Spitze verdrängen. Bei einem Dreiervergleich mit Pausa hätten die Westsachsen die Nase vorn gehabt – so aber haben die Gelenauer ihren Titel dank einer herausragenden Rückrunde erfolgreich verteidigt. In der kommenden Saison wolle er mit seiner Mannschaft neu angreifen, sagt Jürgen Klimke. „Durch die Auflösung der 2. Bundesliga wird die neue Regionalliga noch stärker. Wenn man sieht, dass Markneukirchen dazukommt. Und vielleicht auch Lübtheen, die einen Antrag gestellt haben“.
Jürgen Werner ("Freie Presse"), 15.12.2025.





























































































































