Im vorletzten Heimkampf der 2004er Saison in der 2. Bundesliga Ost
siegte der Ringerverein Thalheim am vergangenen Sonnabend mit 22:8 gegen den
RC Germania Potsdam. Die jungen Gäste aus Brandenburg waren insgesamt nur
dreimal erfolgreich, wobei zwei Duelle davon ganz knapp ausfielen. Dem
gegenüber standen sieben teils enge, teils deutliche Siege der Mattenfüchse
vom RVT. Jochen Schwarzer in der Thalheimer Ecke freute sich vor allem über
die Triumphe seiner Freistiler Norman Schönwälder und Heiko Gensicke.
"Beide haben die taktische Marschroute perfekt umgesetzt und ihren
ebenbürtigen Kontrahenten mit viel Cleverness den Zahn gezogen", lobte
Thalheims Trainer.
Vor den abschließenden beiden Punktkämpfen rangieren die Zwönitztaler in
der Tabelle weiter auf Platz zwei. Der Abstand zur führenden
Kampfgemeinschaft aus Frankfurt und Eisenhüttenstadt ist jedoch kleiner
geworden. Die Oderstädter mussten am 16. Kampftag ihre erste Saisonniederlage
einstecken. In Leipzig verlor das Team um Trainer Michael Kothe hauchdünn mit
13:13,5.
Die "Germanen" waren gegen den RV Thalheim nur anfangs kurz in
Führung gegangen. Robert Gleich (55 kg) erkämpfte sich diese, indem er Falko
Berthel nach zweieinhalb Minuten auf die Schultern legte. Umgedreht schaffte
Ronny Fritz (120 kg) das gleiche mit seinem Gegenüber Ricardo Melz. 15
Sekunden vor dem Schlusssignal stand es schon 7:0 für den Thalheimer, als er
Melz per Einsteiger gar noch schulterte. In Front brachte den RVT dann Thomas
Berger (60 kg). Mit unermüdlichen Angriffen und Bodenaktionen gewann der
Feuerwehrmann in den Reihen der Erzgebirger mit 16:0 gegen Benjamin Kraft.
Im wahrsten Sinne des Wortes "leichtes" Spiel hatte danach André
Montag bei seinem Duell gegen Robert Liebe. Der Potsdamer brachte 14 Kilo
weniger auf die Waage. Nach 120 Sekunden musste er die technische
Überlegenheit von Montag, der diesmal mit Würfen brillierte, anerkennen.
Nicht zurecht kam Chris Paetzold bis 66 kg (Klassisch) mit seinem Gegner
Stefan Barde. Der Thalheimer schaffte es nicht, seinem Kontrahenten den
eigenen Kampfstil aufzuzwingen und am Boden gelang ihm keine Wertung. Der
Brandenburger hingegen brachte seinen 1:0-Vorsprung trotz wiederholter
Passivität clever über die Zeit.
Zur Pause nach fünf Duellen lagen die Gastgeber im Sportlerheim damit 12:6
vorn. Eine ganz starke Leistung bot im Anschluss Norman Schönwälder (84 kg,
Freistil). Gegen den amtierenden Deutschen Vizemeister der Junioren, Karsten
Siegert, agierte der RVT-Athlet hochkonzentriert. Zweimal kam er mit
blitzschnellen Attacken zu einer Wertung, was am Ende für ein 2:0 genügte.
An Heiko Gensicke (66 kg, Freistil) hatten die Zuschauer ihre wahre Freude.
Den Angriffsdrang seines Gegenübers Dirk Methfessel hatte "Heidi"
jeder Zeit unter Kontrolle - er nutzte ihn sogar für Konter erstklassig aus.
Die Fans applaudierten am Ende der sechs Minuten lange für das 9:2 des
Thalheimers.
Eine knappe Niederlage kassierte danach Heiko Heinemann bis 84 kg
(Klassisch). Dem jungen Nachwuchskaderringer Thomas Franke glückte im Boden
eine Zwei-Punkt-Rolle. Für den Durchdreher von Heinemann konnte Kampfrichter
Eberhard Probst jedoch nur einen Zähler vergeben. Petr Bielesz (74 kg,
Klassisch) baute die mittlerweile auf 16,5:8 angewachsene Thalheimer Führung
trotz einer blutenden Kopfwunde weiter aus. Mit 9:2 gewann der Tscheche gegen
Martin Franke. Zum Abschluss rackerte Ralph Piterek ununterbrochen mit
Beinangriffen gegen Adrian Hofmann von den Gästen. Bis auf 10:0 zog der
Thalheimer davon und trug damit die letzten drei Mannschaftszähler auf das
Konto des RVT bei. Der hohe Sieg sorgte auch für ausgelassene Stimmung bei
der anschließenden Weihnachtsfeier. Bis tief in die Nacht tanzen die Ringer
und viele Fans noch im Sportlerheim. Am kommenden Wochenende muss der RVT dann
zum Spitzenkampf bei der KG Frankfurt/Eisenhüttenstadt antreten.
Weitere Bilder vom Kampf: